Der Donbass und die besetzten Gebiete der ukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja werden vom Kreml unter anderem durch Einbürgerungen zunehmend als eigenes Territorium behandelt. Das hat schwerwiegende politische Folgen.
Eine Ukrainerin kommt mit ihrem Sohn in der Stadt Cherson an einem russischen Soldaten vorbei. Die Sicherheitslage in der Provinzhauptstadt ist seit der Eroberung vor drei Monaten angespannt.
AP
Letzte Woche war Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in die besetzte Stadt Luhansk in der Ostukraine eingeladen und hat eine Städtepartnerschaft vereinbart. Es ist keine normale Verbindung, sondern eher eine Patenschaft. Sobjanin kündigte an, Moskau werde “im Namen des Präsidenten” für die Wiederherstellung der sozialen und technischen Infrastruktur von Luhansk und Donezk verantwortlich sein. Der Kreml hat Regionen Russlands aufgefordert, solche Patenschaften im Donbass zu übernehmen. Dass das völlig zerstörte Mariupol auf St. Petersburg fiel, dessen Bürgermeister Alexander Beglow sich für inkompetent hält, sorgte in russischen sozialen Medien für Mitleidskommentare.