Ryanair baut aus Lauda doch keine Boeing 737

Die irische Billigairline expandiert im Winter mit drei neuen Strecken ab Wien. Und Ryanair gibt Pläne auf, den Airbus A320 von seiner Tochter Lauda zu entfernen.

Eigentlich wollte der Ryanair-Konzern ein Erbe von Niki Lauda nach und nach loswerden. Ab der Wintersaison 2021/22 plante er, die ersten Airbus A320 an Vermieter zurückzugeben. Dadurch werde Airbus in den “nächsten drei, vier Jahren” komplett aus der Flotte verschwinden, hatten die Iren vor einem Jahr gesagt. Dann wird Tochter Lauda auf eine Boeing 737 umsteigen.

Jetzt sieht es wieder anders aus. Der Leasingvertrag für Laudas Airbus A320 werde um vier Jahre bis 2027/28 verlängert, sagte Ryanair-Konzernchef Michael O’Leary am Mittwoch (13. Juli) auf einer Pressekonferenz in Wien. Man verhält sich vollkommen „opportunistisch“, der Manager auch. Der günstigste Anbieter kommt ins Spiel, egal ob es sich um Flugzeuge von Boeing oder Airbus handelt. Daher sei der Wechsel auf die Boeing 737 in Lauda derzeit kein Problem mehr.

„Der längste Winterflugplan“ ab Wien

In Wien will Ryanair für den Winter expandieren. Drei neue Ziele werden aufgenommen: Kopenhagen, Helsinki und Tuzla. Insgesamt will die Billigairline im kommenden Winter 70 Ziele von der österreichischen Hauptstadt aus anfliegen. Es sei „der größte Winterflugplan“, der jemals in Österreich angeboten wurde.

Michael O’Leary: Expandiert in Wien. Bild: aeroTELEGRAPH

Nach dem starken Schock durch die Pandemie will die Ryanair-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr mit insgesamt 19 Flugzeugen in Wien rund sechs Millionen Passagiere befördern. Insgesamt möchten die Iren 165 Millionen Passagiere erreichen. Österreich ist der drittstärkste Markt in Bezug auf das Marktanteilswachstum.

Der Kraftstoffpreis ist noch kein Thema

Ob die Wachstumspläne tatsächlich wie geplant aufgehen, kann selbst O’Leary nicht mit Sicherheit sagen: „Die Erholung ist fragil“, sagte der Ryanair-Chef in Wien. Er sieht große Fragen bezüglich der weiteren Entwicklung von Covid und dem Krieg in der Ukraine. Hohe Ölpreise machen ihm derzeit weniger Angst: Derzeit werden rund 80 Prozent des Treibstoffbedarfs von Ryanair mit 70 Dollar pro Barrel gedeckt.

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