“Sadistische Regeln”: Aufregung um Raabs Kindergeld-Desaster

Größter Preisanstieg seit Jahrzehnten, Wartezeiten von bis zu 5 Monaten und Schikanen für Kinderbetreuungsgeld: Das braucht Familienministerin Raab (VP).

Einfach Kita-Zuschuss-Antrag ausfüllen, absenden und Kinder betreuen; es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Allerdings kann die Bearbeitung eines Antrags mittlerweile bis zu fünf Monate dauern. Beschwerden über das Kinderbetreuungsgeld in Österreich nehmen von Tag zu Tag zu; die elterliche Geduld scheint längst gebrochen, Frust und Verzweiflung machen sich breit. Statt sich der Familienplanung und Erziehung zu widmen, sieht er sich mit Geldproblemen und Existenzängsten konfrontiert.

Die Wohnung wird durch das neue Gesetz plötzlich um 175.000 Euro teurer

Arbeiterkammer als Anlaufstelle

Deshalb sind AK-Telefone heiß. Der Direktor der Arbeiterkammer Wien, Christoph Klein, beschreibt die bedrückende Situation im Interview „Wien heute“ so: „Der Weg junger Eltern ist voller bürokratischer Schikanen und wir haben so viele Beratungsangebote, dass wir merken, dass die meisten Eltern kommen ohne. Es gibt keine Beratung zum Kinderbetreuungsgeld. 2021 hatten wir allein in Wien 13.000 Beratungen.“

Klein: „Viele Menschen verlieren wegen der offen sadistischen Regelungen ihr Kinderbetreuungsgeld oder einen Teil davon, ohne dass ihnen irgendetwas vorgeworfen wird.“

Österreichische Krankenversicherung

Eine Stellungnahme der österreichischen Krankenkasse bekräftigte die Problematik: „Derzeit kommt es vermehrt zu Kundenkontakten. Innerhalb der ÖGK haben wir bereits Vorkehrungen getroffen, um Kunden zeitnah bedienen zu können.“ .

Offener Brief der Arbeiterkammer an Familienministerin Susanne Raab

Aufgrund all dieser gravierenden Probleme haben sich Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeitskammer, und Christoph Klein, Geschäftsführer der Bundesarbeitskammer, entschlossen, einen öffentlichen Brief an Susanne Raab zu schreiben.

Präsidentin der Abgeordnetenkammer Renate Anderl.Helmut Graf

Sehr geehrte Bundesministerin Susanne Raab,

Täglich kommen viele junge Eltern zur Arbeiterkammer, weil sie während des Vaterschaftsmonats Probleme mit Kinderbetreuungsgeld oder Familienleistungen haben und um Unterstützung bitten.

Es gibt drei gravierende Probleme mit Kinderbetreuungsunterstützung und Vaterschaftsurlaub:

1. Das Gesetz hat viele bürokratische Fallstricke, die den Anspruch auf Familienleistungen oft zunichte machen oder einschränken. Ein Beispiel: Beim Umzug in das neue Elternhaus haben die Eltern das Baby nicht an der neuen Adresse angemeldet. Es wird angenommen: das Baby wird nicht versorgt, Folge: er hat keinen Anspruch auf Beihilfe zur Betreuung von Kindern. Für viele Familien ist der Wegfall des Kinderbetreuungsgeldes lebensbedrohlich!

2. Das Leben oder Arbeiten im Grenzgebiet bedeutet für viele eine bürokratische Odyssee: Eltern, die nach Österreich reisen, sollen angeblich in „simuliertem Urlaub“ sein, wenn sie ihre Arbeit nicht vor dem zweiten Geburtstag des Kindes wieder aufnehmen können, etwa weil es keine Kita gibt oder der Arbeitgeber in Konkurs gegangen ist. Folge: Das Kinderbetreuungsgeld muss zurückgezahlt werden! O: Der Vater arbeitet in der Slowakei. Die österreichischen Behörden verlangen eine slowakische Entscheidung über etwaige Familienleistungen. Nach slowakischem Recht gibt es jedoch keine Entscheidung. Folge: Das Kind ist zwei Jahre alt und die Familie hat noch keinen Cent gesehen.

3. Eine von seinem Ministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass die derzeitige Regelung des Kinderbetreuungsgeldes nicht die prognostizierte Steigerung der Elternmitwirkung erreicht. Das Kinderbetreuungsgeld trägt zu wenig zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei!

Seit Jahren machen wir als AK – und andere Institutionen wie das Kuratorium – Ihr Ministerium auf diese Probleme und Lösungsvorschläge aufmerksam. Den Eltern kann nicht zugemutet werden, sich den bürokratischen Hürden der Betreuung ihrer Kinder anstatt ihrer Kinder zu stellen. Daher bitten wir Sie als verantwortlichen Familienberater dringend, diese massiven Probleme endlich zu beseitigen.

Frau wartet auf 150-€-Gutschein: besetzte Hotline

“Eine beschissene Notiz!” – Der Zornkopf schickt Wiener zum AMS

Nav-Compte dh Hora15.07.2022, 10:52 | Akt: 15.07.2022, 17:02

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