Sawsan Chebli irritiert mit Aussagen über Judenhass

Von Felip Fabia

Umstrittener Auftritt der ehemaligen Berliner Außenministerin Sawsan Chebli (43).

In einem Podcast erläuterte er seine Motivation für sein Engagement gegen Judenhass und sorgte vor allem mit einem Satz in den sozialen Medien für großen Schock: „Antisemitismus bedroht uns alle, er bedroht auch Muslime im Besonderen“, sagte Chebli.

Die „Kreuzberger Antisemitismus-Initiative“ (KIgA eV), zu der Chebli eingeladen war, teilte einen Auszug aus dem Podcast, der diesen Satz erwähnte.

Später ersetzte er es durch ein weiteres Zitat von Chebli, doch inzwischen war die Aussage kursiert und vielfach kritisiert worden: Antisemitismus bedrohe NICHT “primär” Muslime, sondern natürlich Juden im Besonderen.

Chebli begründete seine Aussage so: „Diejenigen, die den Antisemitismus fördern, sind oft auch Islamhasser“, also diejenigen, die rechtsextreme Juden hassen. Die jüdischen und muslimischen Gemeinden sollten sich gegen sie vereinen.

An sich wäre das kein Problem, wenn nicht der ganze Podcast den Eindruck erwecken würde, dass er trotz all seines Engagements (ein Schulausflug zur Gedenkstätte Auschwitz etwa) auch eine Opferrolle für Muslime kultiviert.

▶︎ Auf die Frage, warum er sich gegen Antisemitismus einsetze, sprach er nicht von Solidarität mit jüdischen Opfern antisemitischer Gewalttaten. Sie sagte lieber: „Weil ich es sehr traurig finde, dass gerade diese jungen Menschen als Antisemiten abgestempelt werden und ihnen dann auch noch eine Zukunft damit verwehrt wird.“

▶︎ An anderer Stelle sagte er: „Wir argumentieren nicht, dass es Hass seitens der Muslime gibt“ (als ob es etwas zu diskutieren gäbe), nur um es kurz darauf für seine eigene Agenda zu nutzen: „Gruppen nutzen das, um Anti zu wecken -Islam-Stimmung.”

Laut einer vom American Jewish Committee (AJC) in Auftrag gegebenen Allensbacher Umfrage teilen fast 22 Prozent der Bevölkerung des Landes antisemitische Einstellungen: Unter den befragten Muslimen stimmen fast 46 Prozent antisemitischen Äußerungen zu.

Chebli erwähnte den Antisemitismus, der von Muslimen ausgeht, ohne auch nur konkret zu werden. Er ging auch nicht auf die jüngsten Akte muslimischer Gewalt gegen Juden ein, wie Anfang März in Berlin, als ein junger Syrer vor einer Jugendherberge einen britischen Juden mit einer Kippa angriff. Er sprach dennoch von Drohungen wie der aggressiven Demonstration in Gelsenkirchen im Mai 2021 vor einer Synagoge, bei der klare Parolen gerufen und terroristische Gruppen im Nahen Osten verherrlicht wurden.

▶︎ Die jüngsten Hassdemonstrationen gegen Israel in Berlin erwähnte er nur beiläufig. Er fand sie “schlecht” und dachte dann: “Es läuft sehr schlecht mit der Aufklärungsarbeit und der ganzen Mediendiskussion darüber.” Chebli schien besonders verärgert über den schlechten Eindruck, den er hinterließ, wenn junge Muslime offen ihren Hass auf Israel zum Ausdruck brachten. auf den Straßen.

Bli Chebli beschwerte sich auch darüber, dass er „ständig“ voreingenommene Zuschreibungen erlebe. Sie wird als solche kategorisiert: Sie sei eine “Palästinenserin, die Antisemitismus nicht ehrlich bekämpfen kann”.

Hass auf Muslime war auch ein umfangreiches Thema des Podcasts. Sie selbst habe als Muslimin keinen Hass erlebt, sagte Chebli, aber in Deutschland werde es immer schlimmer. Er stellt fest: „Jeder, der sich dem Islam zuschreibt, egal ob er aus der Türkei, dem arabischen Raum oder sonstwo kommt, erlebt diese Diskriminierung, diesen Hass und diese Vorurteile am Arbeitsplatz, in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt. Und das ist schlimm schlecht für unsere Demokratie.“

Sawsan Chebli war noch nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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