Schlafstörungen: Schweizer haben ein Problem im Bett Das treibt die Gesellschaft an

Veröffentlicht20. Juni 2022, 17:39 Uhr

Mehr als die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer schläft schlecht. Das zeigt eine Studie der Krankenkasse Sanitas.

1/4

Eine Studie der Krankenkasse Sanitas zeigt, dass weniger als die Hälfte der Schweizer gut schläft.

20 Minuten / Simon Glauser

Nur 48 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Schlaf gut oder sogar sehr gut ist.

20 Minuten / Simon Glauser

Laut der Studie sind die Gründe für eine schlechte Schlafqualität unterschiedlich. Laut Schlafmediziner Sebastian Zaremba sind die drei häufigsten Ursachen stressbedingte Schlafstörungen, Atemwegserkrankungen, Schlafapnoe und das Restless-Legs-Syndrom.

Getty Images / iStockphoto

Die Schweiz schläft nicht gut. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie von Sanitas. Laut dieser Studie glauben 52 Prozent der Befragten, dass sie nicht gut schlafen. Nur 48 Prozent geben an, gut oder sehr gut zu schlafen.

In der Studie «Sanitas Gesundheitsprognose 2022» gab die grosse Mehrheit, 86 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an, durchschnittlich sieben Stunden pro Nacht zu schlafen. Für Erwachsene zwischen 26 und 64 Jahren wird empfohlen, zwischen sieben und neun Stunden zu schlafen. Aber nicht nur die Anzahl der Stunden, die wir schlafen, bestimmt, wie wir aufwachen, sondern auch die Schlafqualität ist wichtig.

Laut der Studie sind die Gründe für eine schlechte Schlafqualität unterschiedlich. Laut Schlafmediziner Sebastian Zaremba sind die drei häufigsten Ursachen stressbedingte Schlafstörungen, Atemwegserkrankungen, Schlafapnoe und das Restless-Legs-Syndrom. Laut der Studie haben die meisten Befragten nachts Schlafstörungen. 68 Prozent der Schweizer stehen mindestens einmal pro Nacht aus dem Bett.

Der nächtliche Toilettengang ist der Hauptgrund, warum 46 Prozent der Befragten aufwachen. 45 Prozent gaben an, dass Sorgen, Stress oder Probleme sie davon abhalten, gut zu schlafen.

Hier sind einige weitere Gründe, warum die Befragten nicht schlafen können:

  • Späte oder schwere Mahlzeiten

  • Außengeräusche

  • zu heiß oder zu kalt im Zimmer

  • Lärm von anderen Menschen

  • Träume

  • Dolores

  • Licht

Schlaf trägt zu unserer Gesundheit bei

Aber warum schlafen wir? Seit es die Schlafforschung gibt, diskutieren Wissenschaftler über diese grundlegende Frage. In einem sind sie sich jedoch einig: Unser Schlaf ist lebenswichtig und hat einen großen Einfluss auf unser tägliches Leben. Weil es uns Energie gibt.

Schlechter Schlaf ist nicht nur dafür verantwortlich, dass wir müde sind, er schadet auch unserem Körper. Schlaf hilft uns unter anderem dabei, uns im Alltag besser zu konzentrieren. Das sehen auch die Befragten so: 83 Prozent glauben, dass Schlafmangel einen sehr starken Einfluss auf ihre Konzentrationsschwäche und Stimmung hat.

Die wenigsten Menschen wissen jedoch, wie schädlich Schlaf oder Schlaf sein kann. Denn auch der Schlaf hat einen wichtigen Einfluss beispielsweise auf Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.

Röstigraben auch in Sachen Schlafqualität

Natürlich spielt es auch eine Rolle, wo man in der Schweiz wohnt: Je nachdem, wo man wohnt, schlafen die Menschen besser oder schlechter. Die Studie zeigt, dass sich die Schlafqualität zwischen dem Tessin, der Westschweiz und der Deutschschweiz unterscheidet. In der Deutschschweiz gaben 50 % an, mit ihrem Schlaf zufrieden zu sein, gegenüber 43 % in der Westschweiz und nur 40 % im Tessin.

Dass Franzosen und Tessiner schlechter schlafen als in der Deutschschweiz, decke sich mit den Ergebnissen einer europäischen Studie, die feststelle, dass Schlafstörungen in Frankreich und Italien häufiger seien als in der Schweiz, sagt der Neurologe und Mediziner Ton Rositsa Neumann. “Kulturell sind die Franzosen und das Tessin ihren Nachbarn in Frankreich und Italien in vielerlei Hinsicht näher.” Das liege wahrscheinlich an Unterschieden in der emotionalen Verarbeitung von Stresssituationen, in der Behandlung von Stress und in der Wahrnehmung von Leid und Schmerz, sagt Neumann.

Auch die Sanitas Krankenkassenstudie zeigt, dass man auf dem Land besser schläft als in der Stadt. 51 Prozent der in der Studie befragten Landbevölkerung sind mit ihrem Schlaf zufrieden, in der Stadt nur 45 Prozent.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *