Schnelles Wohlfühlen als Schlüsselfaktor im New Work bei SBS

© WKS / Vogl-Perspektive Franziska Braunwieser, die bei SBS vor allem für die Bereiche Einstellung, Personalentwicklung und betriebliche Gesundheitsförderung zuständig ist, und ihr Vater Wolfgang Braunwieser, Geschäftsführer der SBS.

Das 1988 gegründete Unternehmen setzt auf eine optimale Kombination seines Wissens in der Softwareerstellung und im Projektmanagement mit der Hardware-Erfahrung von Geräteherstellern. Dies soll durch eine breite Eigenverantwortung der 100 Mitarbeiter an Standorten in Österreich, Deutschland und der Schweiz erreicht werden.

New Work-Experte Chris Holzer traf sich mit Franziska Braunwieser. Er hat KMU-Management an der Fachhochschule Salzburg studiert und ist seit 2015 im Unternehmen vor allem für die Bereiche Rekrutierung, Aus- und Weiterbildung sowie Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz zuständig. Er führte mit ihr die ihres Vaters, Geschäftsführer Wolfgang Braunwieser, weiter Datum. Er hatte in Leoben Tiefbohrtechnik studiert und das Unternehmen direkt nach dem Studium gegründet, dann zusammen mit einem Kollegen Ende der 1980er Jahre.

Haben Sie schon immer auf eine starke Mitarbeiterselbstständigkeit in der Führung des Unternehmens gesetzt?

Wolfgang Braunwieser: Als Gründer des Unternehmens hatte ich das Glück, langsam im Geschäft zu wachsen. Die Mitarbeiter kamen Schritt für Schritt ins Unternehmen. Ich habe nie eine grundsätzliche Strategie der Mitarbeiterbindung verfolgt, sondern wir sind intuitiv vorgegangen: So möchten wir im Unternehmen behandelt werden, so verhalten wir uns gegenüber den Mitarbeitern und so wollen wir das Verhalten der Mitarbeiter untereinander sehen. Streng ist nicht mein Stil. Ich gebe gerne Verantwortung ab. Ich bevorzuge es viel und es gibt mir Freiheit. Gleichzeitig verfügen wir über ein Qualitätssicherungssystem, das Arbeitsabläufe beschreibt und Abläufe abbildet. Es gibt Kennzahlen, die regelmäßig überprüft werden.

Wie gestaltet man Qualitätsentwicklungsprozesse?

Wolfgang Braunwieser: Die Beschreibung von Qualitätsprozessen war ein längeres Projekt. Wir haben die Verantwortlichkeiten der Prozesse aufgeteilt, was viele Beiträge der Verantwortlichen erforderte. Außerdem mussten unterschiedliche Verantwortungsebenen koordiniert werden. Bereits in den 1990er Jahren erhielten wir für diese Qualitätsprozesse ein ISO 9001 Zertifikat. Wir wollen die Zuverlässigkeit unserer Kunden garantieren. Wir müssen sicherstellen, dass wir unsere Prozesse kontrollieren.

Frau Braunwieser, in welcher Situation befanden Sie sich bei Ihrem Einstieg in das Unternehmen?

Franziska Braunwieser: Der Einstieg erfolgte in einer Zeit starken Personalwachstums. Bis dahin war es schwierig, gutes IT-Personal zu rekrutieren. Im Recruiting schaffen wir Möglichkeiten, uns hautnah bei der Arbeit zu erleben. Diese persönliche Erfahrung führt oft dazu, dass Studierende, Stipendiatinnen und Stipendiaten, die sich bei uns bewerben oder über Kooperationen mit Schulen und Universitäten mit uns in Kontakt treten, später einen interessanten Job bei uns bekommen. Wir behandeln alle vom ersten Tag an wie „SBSler“, solche Menschen. Dieses schnelle Wohlgefühl wirkt sich nachhaltig positiv auf die Einstellung von Mitarbeitern aus.

© WKS / Vogl-Perspektive „Wir setzen auf einen Mix aus erfahrenen Mitarbeitern und neuen Impulsen von jungen Mitarbeitern.“ Franziska Braunwieser, Personalgewinnung und -entwicklung

Was erwartet einen neuen „SBSler“?

Franziska Braunwieser: Der erste Arbeitstag ist bei mir immer geschafft. Ich unterstütze die Einführungsphasen ins Team. Wir haben einen Gründungsplan, der das Eintauchen in viele Bereiche beinhaltet. Gleichzeitig haben Neuankömmlinge immer jemanden an ihrer Seite, der sie in der Anfangszeit als Partner oder Mentor begleitet. Am Anfang steht immer ein persönliches Gespräch mit dem Chef.

Wolfgang Braunwieser: In diesen Vorträgen stelle ich die Geschichte der Salzburger Bankensoftware vor. Ich bin ein Verfechter der Jobrotation. Im übertragenen Sinne geht es nicht nur darum, die besten Programmierer der Welt zu haben, sondern auch viele verschiedene zwischenmenschliche Facetten zu beherrschen. Das brauchen wir im Umgang mit lokalen und internationalen Kollegen und Kunden. Sehr gerne nehmen wir weibliche Mitarbeiter in allen Rollen auf, natürlich auch in Führungspositionen.

Ist es notwendig, Menschen individuell zu entwickeln, um lange im Unternehmen zu bleiben?

Franziska Braunwieser: Ja. Aus- und Weiterbildung sind wichtig und können sehr frei gestaltet werden. Wir widmen ihr mindestens zehn Arbeitstage im Jahr und haben Budgets dafür reserviert. Das Training kann technischer Natur sein, sich aber auch auf Persönlichkeitsentwicklung, Soft Skills und Kommunikation beziehen. Wir bieten Schulungen im Gesundheitsbereich, aber auch Seminare, die die Kreativität anregen. Wir teilen Wissen in internen Seminaren. Training soll Spaß machen.

© WKS / Vogl Perspektive Chris Holzer im Work Vision Interview mit Franziska Braunwieser und Wolfgang Braunwieser (von links).

Agilität einfach nur als Element von New Work zuzuordnen, geht für viele Unternehmen schief. Wie entsteht Agilität für Sie?

Wolfgang Braunwieser: Projektmanager und Teams können die Methoden wählen, mit denen sie arbeiten. Die Teams sind sehr agil, besonders in den Entwicklungsabteilungen. Sie arbeiten mit Sprints und bauen einen Teil nach dem anderen in einer Softwarelösung auf. Wir sind verpflichtet, unseren Kunden in bestimmten Bereichen, wie z. B. Überprüfungen und Tests, Tests zur Verfügung zu stellen. Darauf basieren auch Designpfade. Bei Geldautomaten testen wir die Funktionalität sehr genau. Auch unsere Kunden, die Banken, prüfen die Neuerungen in Absprache mit uns. Wir haben eine ganze Reihe von Prüfmaschinen verschiedener Hersteller, die wir mit speziellem Prüfgeld füllen können. Unser eigenes Testequipment verwendet Checklisten, um Tausende von Testfällen mit unterschiedlicher Hardware durchzuführen. Endkunden erwarten von unseren Lösungen, dass der Geldautomat 24 Stunden am Tag verfügbar ist und zuverlässig den gewünschten Betrag auszahlt und auch korrekt verbucht wird.

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