Scholz: Die Kanzlerin steht vor einem Besuch in Kiew unter Druck

Im Streit um die Waffenübergabe an die Ukraine steht Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erneut massiv unter Druck. Die Unionsfraktion bereitet eine Petition vor, in der die vollständige Umsetzung des Bundestagsbeschlusses zur Lieferung schwerer Waffen gefordert wird, heißt es in einem der Deutschen Nachrichten-Agentur vorliegenden Antragsentwurf.

Unterdessen sagte der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, er erwarte, dass Bundeskanzler Scholz bei seinem angekündigten ersten Besuch in Kiew, der für Juni geplant ist, versprechen werde, deutsche Panzer in die Ukraine zu liefern. Wie WELT aus ukrainischen Regierungskreisen erfuhr, hat die Bundesregierung zuletzt nach einem klaren Zeitplan alle Eilanfragen aus der Ukraine blockiert.

Am vergangenen Donnerstag kam es zu einem Telefonat zwischen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und ihrem ukrainischen Amtskollegen Oleksiy Resnikov. In dem Gespräch wollte die Ukraine unter anderem klären, wann das kürzlich von Scholz versprochene Mehrraketen-Startsystem Mars II in der Ukraine eintreffen soll.

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Die Antwort des Ministers sei „nebulös und ausweichend“, hieß es aus Kiewer Regierungskreisen. Er versprach nur zu prüfen, was möglich sei. Der ukrainische Minister arbeitete auch hart daran, die Marder- und Leopard-Panzer zu liefern, erhielt aber keine Antwort.

Scholz hat zuletzt die Lieferung des Luftabwehrsystems Iris-T und Mars-Raketenwerfer zugesagt. Laut einem Bericht von Business Insiders gibt es bei beiden Systemen Probleme, sodass sie erst in einigen Monaten verfügbar sein sollen. Für den Transport von Marder-Panzerpersonal liegt seit April ein Ausfuhrantrag bei der Bundesregierung vor, der noch nicht bewilligt wurde. Kürzlich gab Hersteller Rheinmetall bekannt, dass die ersten Tanks verfügbar sind. Auch für Leopard wurde ein Antrag gestellt.

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Ende April beschlossen die Ampelfraktionen und die Union gemeinsam auf einem Antrag im Bundestag, dass baldmöglichst schwere Waffen an die Ukraine übergeben werden sollen. Seitdem ist jedoch fast nichts passiert: Die Bundesregierung hat grünes Licht für sieben 2000-Panzergranaten gegeben, die derzeit für die Ausbildung eingesetzt, aber noch nicht ausgeliefert wurden. Außerdem will die Bundesregierung Cheetah-Panzer für die Luftverteidigung liefern. Auch das hat sich bisher verzögert, vor allem wegen fehlender Munition.

Schon damals hatte die Unionsfraktion gedroht, den Antrag allein beim Bundestag einzubringen. Da sich der Waffenlieferungsskandal der Bundesregierung in den vergangenen Wochen fortsetzte, ist nun ein neuer Antrag fällig. In dem der dpa vorliegenden Entwurf der dpa heißt es: „Alle schweren Waffenlieferungen, die von der Bundesregierung initiiert und angekündigt wurden, wie etwa der Flugabwehrpanzer Gepard, die Panzerhaubitze 2000 und der Mars-Mehrfachraketenwerfer, sind nicht über das Ankündigungs- und Vorbereitungsstadium hinausgekommen Maße “.

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Mit seiner zögerlichen Haltung isoliert sich Deutschland zunehmend von seinen Nato- und EU-Partnern. “Damit läuft die Bundesregierung Gefahr, Deutschlands Ansehen vor allem bei unseren Nachbarn und Freunden im Osten irreparabel zu schädigen.” Dieses fragwürdige und unangemessene Verhalten erfordert eine sofortige Korrektur. „Die Bundesregierung ignoriert die klare Entscheidung des Parlaments“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul (CDU), der dpa.

In dem Antrag soll der Bundestag unter anderem die Bundesregierung auffordern, „die Quantität und Qualität der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine endlich und unverzüglich deutlich zu erhöhen“. Zusagen im Rahmen von Ringtauschverträgen etwa mit Polen und Griechenland sollen unverzüglich und vollständig erfüllt werden.

Ausgehend von den verfügbaren Beständen der Bundeswehr sollen “die Rüstungsgüter möglichst direkt in die Ukraine verfügbar sein und dort unverzüglich geliefert werden”. Die Regierung muss auch sofort über die Angebote der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie entscheiden, in kürzester Zeit Ausrüstung und Waffen von Unternehmen in der Ukraine zu liefern.

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Wadephul sagte, der Bundestag habe sich eindeutig für die Lieferung schwerer Waffen entschieden. “Statt effektiver Lieferungen hören wir von der Regierung nur Ausreden über angebliche Nato-Deals und Ringtausch, die nicht funktionieren.” Der Krieg in der Ostukraine befindet sich in einer entscheidenden Phase, in der schwere Waffen dringend benötigt werden. Die Union interessiert auch, warum Bundeskanzler Olaf Scholz offensichtliche Hilfe verweigert. “Einen wirklichen Grund hat er noch nicht genannt. Steht er unter Druck von der eigenen Partei oder gar von Moskau?” Auch die FDP und die Grünen sollen endlich Flagge zeigen.

Der ukrainische Botschafter Melnyk sagte der DPA: „Die Ukrainer erwarten, dass Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinem Besuch in Kiew ein neues Hilfspaket für die deutsche Rüstung ankündigt, das auf jeden Fall Kampfpanzer beinhalten soll. Er fügte hinzu: „Ohne deutsche schwere Waffen werden wir das leider nicht können Russlands massive militärische Überlegenheit zu brechen und das Leben von Soldaten und Zivilisten zu retten”, sagte er.

Quelle: WELT Infografik

Medienberichten zufolge soll Scholz noch in diesem Monat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi nach Kiew reisen. Der Besuch wurde weder offiziell bestätigt noch dementiert.

Melnyk sagte, es sei enttäuschend, wie langsam Deutschland Waffen an die Ukraine liefere. Seit dem 3. Mai sind sechs Millionen Schuss Munition eingetroffen, aber keine Waffen mehr. „Deshalb hoffen wir, dass die Ampelregierung endlich aufs Gaspedal tritt, um sowohl die Reichweite als auch das Tempo der Ukraine zur Abwehr der großen russischen Offensive im Donbass massiv zu erhöhen.“

Zwei Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine beschloss die Bundesregierung, Waffen an das Kriegsgebiet zu übergeben und damit ein Tabu zu brechen. Seitdem sind Panzerfäuste, Flugabwehrraketen, Splittergranaten und mehr als 20 Millionen Schuss Munition in der Ukraine angekommen. Bisher wurden nur schwere Waffen wie Artilleriegeschütze und Flugabwehrpanzer versprochen.

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Laut einer Antwort des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz auf eine Anfrage der linken Abgeordneten Sevim Dagdelen wurden in den mehr als drei Monaten des Ukrainekriegs Waffen und andere Waffen im Wert von 350,1 Millionen Euro für die Ukraine bewilligt. . Vom ersten Kriegstag, dem 24. Februar, bis zum 1. Juni genehmigte die Regierung die Lieferung von Kriegswaffen für 219,8 Millionen Euro und von anderen Waffen wie Helmen und Schutzwesten für 85,2 Millionen Euro. Hinzu kommen Waffen und Ausrüstung für die Bundeswehr für 45,1 Millionen Euro, die im vereinfachten Verfahren ab dem 1. April genehmigt wurden. Eine Aufteilung in Kriegswaffen und sonstige Waffen erfolgt hierfür nicht.

In dem der dpa vorliegenden Schreiben an Dagdelen hält das Ministerium fest, dass überwiegend Bundeswehrmaterial verwendet werde, dessen „Zeitwert“ errechnet worden sei, nicht der Neuwert teilweise deutlich höher. Zum Vergleich: Von Kriegsbeginn bis zum 1. Juni haben die USA nach Regierungsangaben Waffen und Ausrüstung im Wert von 4,6 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) an die Ukraine zugesagt oder geliefert. Dazu gehören schwere Waffen wie Haubitzen und Mehrfachraketenwerfer.

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