Scholz kündigt die größte konventionelle NATO-Armee in Europa an

100 Milliarden für die Bundeswehr: Bundeskanzler Scholz erwartet Investitionen zur massiven Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands. Weist Kritik an verspäteter Lieferung von Waffen an die Ukraine zurück.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet von dem jetzt beschlossenen 100-Milliarden-Euro-Sonderfonds eine deutliche Stärkung der Bundeswehr. „Deutschland wird im Rahmen der Nato bald die größte konventionelle Armee Europas haben“, sagte Scholz der „Neuen Berliner Redaktionsgemeinschaft“ sowie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstagausgaben). Damit werde die Sicherheit Deutschlands und seiner Verbündeten „erheblich gestärkt“.

Die Kanzlerin äußerte Unverständnis über die im In- und Ausland geäußerte Kritik an der mangelnden militärischen Unterstützung der Ukraine. Lesen Sie hier mehr darüber. „Wir haben Waffen geliefert und wir werden weitere Waffen liefern“, sagte Scholz in dem Interview. „Diese Aufträge sind in Bearbeitung“, fügte er hinzu und verwies auf die mit der Industrie vereinbarten schweren Waffenlieferungen.

Er stellte fest, dass die Lieferung der Gepard-Flugabwehrpanzer für Ende Juli vereinbart wurde. Außerdem läuft bereits die Ausbildung ukrainischer Soldaten in der Panzerhaubitze 2000.

Bundeswehr „seit 2010 strukturell unterfinanziert“

“Sehr überrascht” zeigte sich die Kanzlerin auch von der Kritik Polens, dass der vereinbarte Ersatz für polnische Lieferungen in die Ukraine noch nicht bereitgestellt worden sei. „Wir sind mit allen unseren osteuropäischen Partnern in Gesprächen und wollen die Gespräche mit Polen genauso ernsthaft vorantreiben wie mit Tschechien und der Slowakei“, sagte er. Mit der tschechischen Regierung, die “schnell T72-Panzer” in die Ukraine liefern werde, gebe es “eine genaue Vereinbarung darüber, was wir wann liefern”.

Scholz sagte weiter, allen Verbündeten Deutschlands sei bewusst, „dass die Bundeswehr keine großen Bestände an einsatzbereiten Fahrzeugen hat und diese nur verschifft werden müssen“. Es sei „ein großes Problem“, dass die Bundeswehr „seit 2010 strukturell unterfinanziert“ sei. Dadurch sei „unsere Gesamtverteidigungsfähigkeit eingeschränkt worden“, was nun mit Hilfe des Sonderfonds geändert werden solle.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *