Schulen ohne Lehrer und Direktoren

In Vorarlberg wurden für das kommende Schuljahr 22 Schulleitungsstellen ausgeschrieben. Für mehr als die Hälfte, 14 Plätze, gab es keine Bewerbungen. Einige Lücken wurden in den vergangenen Tagen geschlossen, aber fünf Führungspositionen sind noch vakant.

Rechtlich mögliche Zwangsbestellung

Dass sich in 14 Pflichtschulen niemand auf die Stelle des Schulleiters beworben hat, ist für Personalvertreter Willi Witzemann eine besorgniserregende Nachricht. An Schulen, die keine Führungsperspektive haben, „herrscht Angst unter Gleichaltrigen“, sagt Witzemann. Denn laut Gesetz muss das Kultusministerium jemanden stellen, “und das ist ganz klar der schlimmste Fall”, sagt Witzemann.

Diese rechtlich mögliche Zwangsbestellung wird vom Bildungsministerium jedoch noch nicht in Betracht gezogen. „Das ist nicht unsere Kultur“, sagt Evelyn Marte-Stefani von der Bildungsabteilung. „Es ist legal, dem Senior vertrauen zu können, wenn niemand gefunden wird“, erklärt Marte-Stefani. “Aber das alles passiert in Debatten und wir sind sicher, dass wir hier noch Lösungen finden werden.” Gerade bei kleinen Schulen gibt es Modelle, die alle Schulformen abdecken; Beispielsweise kann ein Schulleiter auch für eine kleine Schule verantwortlich sein.

VH-Interview mit Gewerkschafter zu den Gründen

Hauptgründe für das mangelnde Interesse an Führungspositionen sind der Verwaltungsaufwand und das Gehalt, wie die Gewerkschafterin Alexandra Loser im Interview „Vorarlberg heute“ erläutert. Teilweise verdiene ein Lehrer mit ein paar Überstunden mehr als ein Schulleiter, obwohl letzterer mehr Verantwortung habe, sagt Loser.

Gewerkschafter aus Mangel an Managern

Alexandra Loser, Präsidentin des Obligatoriumsverbandes, spricht über die Hauptgründe für den Mangel an Schulleiterinnen und Schulleitern an den obligatorischen Schulen und die möglichen Massnahmen, um dem Mangel entgegenzuwirken.

Marte-Stefani: Schließungen wegen Lehrermangel gibt es nicht

Einige kleine Schulen sind heute jedoch nicht nur ohne Leitung, sondern ohne Lehrer. Die Witzemann-Personalvertretung befürchtet, dass Schulen, die noch keine Lehrer für den Herbst haben, geschlossen werden.

Das Kultusministerium bestreitet dies. „Was wir auf keinen Fall tun, sind Schulen wegen Lehrermangels schließen“, sagt Marte-Stefani. Dies ist nur dann ein Problem, wenn die Zahl der Studierenden abnimmt. “Sonst versuchen wir hier Lösungen zu finden.” Es ist auch ein klarer politischer Wunsch, solche kleinen Standorte zu erhalten.

“Wirklich große Sorgen”

Es bleibt abzuwarten, ob die 255 offenen Stellen für Lehrkräfte, halb Vollzeit, besetzt werden können. „Ich habe nur Angst vor einem heißen Herbst hier. Es gibt zu wenig Lehrkräfte, zahlreiche Klassen, das Unbehagen der Eltern, ich mache mir hier wirklich große Sorgen“, sagte der Witzemann-Personalvertreter.

“Es wird seit Jahren darauf hingewiesen”

Witzemann betont, dass die Personalvertretung der Vorarlberger Pflichtschule und die Lehrergewerkschaft seit Jahren auf die eklatanten Fehlentwicklungen hinweisen. Vor einem Jahr forderten mehr als 2.000 Erzieherinnen und Erzieher in einem Beschluss der Landesregierung die rasche Einrichtung eines Arbeitskreises. Aber der Gesetzgeber tat nichts. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die Situation enorm verschlechtert hat.

„Der nahende Ausnahmezustand wurde jahrelang unterdrückt“, kritisierte Witzemann. Er fordert Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) auf, sich bei seinem Parteipartner im Kultusministerium für die Belange der Pflichtschulen einzusetzen und entsprechende Anpassungen der Gesetzeslage zu fordern.

Mangel an Schulleitern in Pflichtschulen

Im Herbst droht laut Fakultätsvertretern akuter Personalmangel, auch die Suche nach Rektoren wird immer schwieriger. Fünf Führungspositionen im Land sind noch unbesetzt.

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