Schultests: Polaschek soll vergessen haben, den Vertrag zu kündigen

Der Corona-Schultest endete, aber der Vertrag mit der Laborgemeinschaft wurde nicht fristgerecht gekündigt. Dies kann zu hohen Bußgeldern führen. Der Minister bestreitet die Vorwürfe.

Die üblichen Kronentests in den Schulen endeten am 1. Juni. Neben dem bundesweiten Rückgang der Infektionszahlen nannte die Bundesregierung auch die hohen Kosten.


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Wie der „Falter“ in seinem Donnerstagmorgenbulletin berichtet, soll Kultusminister Martin Polaschek (ÖVP) vergessen haben, den Vertrag für Kronen-Schulprüfungen zu kündigen.


Tests für Schulen (mit Ausnahme von Wien) wurden bisher von der Salzburger ARGE Laborgemeinschaft für Molekulare Diagnostik durchgeführt. Der Vertrag mit dem Kultusministerium soll laut Falter bis zum Ende des Schuljahres laufen.


Strafe fällig


Polascheks Ministerium soll den Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt haben; Nun muss ein Bußgeld von elf Millionen Euro bezahlt werden. Der „Falter“ schätzt, dass mit diesem Geld rund 200 Erzieherinnen und Erzieher ein ganzes Jahr bezahlen könnten.

Unterschiedliche Aussagen


Das Kultusministerium bestritt in der Anfrage die Vorwürfe nicht: „Wir haben vertragsgemäß gehandelt. Gespräche mit dem Bieterkonsortium zum genauen Verfahren laufen noch, daher können wir uns im Moment nicht zu Einzelheiten äußern.“ Diese Aussage wiederholte er auf Nachfrage von PULS 24.


Inzwischen soll der Minister aber selbst vor dem Bildungsausschuss des Parlaments gesprochen haben. Yannick Shetty, ein NEOS-Abgeordneter und Ausschussmitglied, twitterte, Polaschek habe gesagt, der Bericht sei „eine eklatante Lüge“ und wolle die Angelegenheit klären.

https://twitter.com/yannickshetty/status/1532277717407760384

In der PULS 24-Anfrage bestätigte die NEOS-Abgeordnete Martina Künsberg-Saarland, die auch Mitglied im Bildungsausschuss ist, die Aussagen der Ministerin. Auf das Thema ging Polaschek jedoch nicht ein. Künsberg-Saarland meint, wenn „der Minister die Sache klären will“, solle er es „tun“. Jedenfalls kündigte der Abgeordnete eine parlamentarische Anfrage an.


Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre das laut Künsberg-Saarland „sehr schade“, denn die potenziellen Millionen Euro im Fall der Sanktion würden besser auf viele andere Bereiche des Bildungswesens verteilt.


Schweigen aus dem Labor


Es gab keine Kommentare von der Laborgemeinschaft. Auch die Bundesbeschaffungsagentur, die für diese Ausschreibungen und Verfahren zuständig ist, äußerte sich nicht.

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