Schweiz: Kantone bekämpfen Lehrermangel mit Lohnerhöhungen Darum geht es

Gepostet am 26. Juni 2022, 20:20

In der Schweiz herrscht akuter Lehrermangel. Um dem entgegenzuwirken, werden mehrere Maßnahmen ergriffen.

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Auch der Kanton Aargau hat Anfang dieses Jahres erste Schritte unternommen und das Lohnsystem überarbeitet.

Tamedia / Raisa Durand

«Mit dem neuen Lohnsystem stehen jährlich rund 63 Millionen Franken mehr für die Lohnsumme zur Verfügung», sagt Sascha-Sprecherin Katja Giger.

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Gemäss Departementsvorsteherin Myriam Ziegler gibt es im Kanton Zürich keinen Spielraum bezüglich Entlohnung oder anderen gesetzlich geregelten Arbeitsbedingungen.

Christoph Söder / dpa

Das Erziehungsdepartement des Kantons Schaffhausen unternimmt Massnahmen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen. „61 Maßnahmen wurden formuliert, die jetzt alle geprüft werden“, sagt Agenturleiterin Ruth Marxer. Unter anderem müssen die Löhne der Lehrerinnen und Lehrer im Kanton Schaffhausen erhöht werden. Inwieweit sie zunehmen werden, ist derzeit noch unklar. Auch Weiterbildungs- und Beratungsangebote sollten stärker unterstützt werden. Zudem soll es laut Marxer eine Verlängerung von Praktika für Studierende und Entlastungsmaßnahmen geben.

Auch der Kanton Aargau hat erste Massnahmen ergriffen und das Lohnsystem überarbeitet: «Mit dem neuen Lohnsystem stehen jährlich rund 63 Millionen Franken mehr für die Lohnsumme zur Verfügung. Dadurch wird die Lohnwettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert“, sagt Sascha-Sprecherin Katja Giger.

Im Kanton Bern gibt es ähnliche Massnahmen. Gemäss der Berner Direktion für Bildung und Kultur (BKD) wurden unter anderem die Gehälter der Kinder- und Primarschullehrerinnen und -lehrer erhöht. Darüber hinaus wurde eine bessere Unterstützung für junge Lehrer und Berufsrückkehrer durch Nachhilfe eingeführt, und Aufrufe wurden für Rentner und diejenigen initiiert, die sich mit der Kultur und Nutzung von Schülern befassen. Im Kanton Graubünden wird im Rahmen der anstehenden Vernehmlassung zur Teilrevision des Schulgesetzes eine Lohnerhöhung für Kindergärtnerinnen vorgeschlagen.

“Entwicklung entlastet Lehrer”

Gemäss Departementsvorsteherin Myriam Ziegler gibt es im Kanton Zürich keinen Spielraum bezüglich Entlohnung oder anderen gesetzlich geregelten Arbeitsbedingungen. „Behörden können nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben tätig werden“, erklärt Ziegler. Allerdings hatte das Bildungsministerium auf allen Primarstufen einen „Mangel“ festgestellt. Dies ermöglicht es den Räten, Personen einzustellen, die nicht für die Arbeit an Schulen zugelassen sind.

Ein St. Gallen will im Moment niemand etwas von einer Gehaltserhöhung wissen. „Wir glauben, dass mehrere Faktoren für die Situation des Lehrermangels verantwortlich sind“, sagt er auf Anfrage. Eine Gehaltserhöhung allein wäre nicht bequem. Vielmehr geht es darum, den Bedarf an Nebenjobs zu berücksichtigen und Zukunftslösungen abzuleiten.

Das sieht auch der Zürcher Lehrerverband so. Eine Gehaltserhöhung fordert der Verein nicht. Das eigentliche Problem wird dadurch nicht gelöst. „Wenn Sie Klassenlehrer sind, werden pauschal weitere 100 Stunden berechnet. Das ist zu wenig und Überstunden werden wegen dieser Flatrate nicht bezahlt, Lehrer arbeiten umsonst», sagt Daniel Kachel, Sekundarlehrer im Kanton Zürich und Leiter des Zürcher Lehrerverbandes. Der Verband fordert keine Gehaltserhöhung per se, sondern eine Anpassung dieser Strukturen. Konkret, dass die Überstunden der Klassenlehrer vergütet werden. „Diese Entwicklung führt dazu, dass Lehrer ihre Arbeitsbelastung reduzieren, weil 100 Prozent einfach nicht mehr möglich sind.“

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