Schweizer Analyse: Dieter Vranckx – intern beliebt, extern umstritten

Innen super, äußerlich ein Reinfall! Dieter Vranckx (49) ist bei seinen Mitarbeitern ein äußerst beliebter CEO, doch nach außen hin hat er monatelang ein schlechtes Image hinterlassen. Der Belgier übernahm die Schweiz Anfang 2021 inmitten einer Pandemie. Seit seinem Amtsantritt hat seine Fluggesellschaft nur Verluste auf Flügen verzeichnet, 1.700 Vollzeitstellen gestrichen und die Flotte um 15 Prozent verkleinert.

Im Sommer 2022 soll ein Release erfolgen. Reisen sind nach Crown in weite Teile der Welt wieder möglich. Die Nachfrage ist gross: Vor allem Schweizer können es sich leisten, ihre Ferien am Mittelmeer oder in Amerika nachzuholen.

Doch die Freude der Passagiere ist getrübt: Vranckx hat zu viele Mitarbeiter entlassen; Die Schweiz musste drei Flüge streichen. Hunderte Sommerferienflüge wurden gestrichen. Dazu kommen müde Crews, die seit Monaten gegen die Arbeitsbedingungen der Lufthansa Group protestieren.

Vranckx versteckt sich

Dass die Schweiz aus den Negativschlagzeilen nicht herausfindet, ist auch Vranckx anzulasten. Anstatt dort zu bleiben und den Kunden die Situation zu erklären, versteckt er sich monatelang hinter schriftlichen Erklärungen, die nicht viel sagen. Erst diese Woche hat er ein Interview zu Sommerthemen gegeben.

Ich hätte gute Argumente. Lediglich zwei Prozent des geplanten Flugprogramms mussten gestrichen werden. Andere Fluggesellschaften schneiden schlechter ab. Und er hätte erklären können, dass es kein Schweizer Problem ist, sondern ein Branchenproblem. Auf europäischen und amerikanischen Flughäfen wird aufgrund von Personalmangel mit Chaos gerechnet.

Die zögerliche Krisenkommunikation von Vranckx wird nur noch vom miesen Kundenservice seiner Airline übertroffen. Wartezeiten von über einer Stunde sind zur Normalität geworden. Den Betroffenen kann oft nicht geholfen werden. Sie werden abgelehnt, sie werden mit Hass zurückgelassen. Wer noch einmal buchen möchte, braucht Glück. Es kommt vor, dass sich die Swiss erst meldet, wenn der Flug bereits stattgefunden hat. Prämie ist anders.

Freundlich, lustig und respektvoll

Vranckx hat also noch viel zu tun. Schließlich können Sie auf die Unterstützung Ihrer Mitarbeiter zählen. Die Atmosphäre in der Umkleidekabine ist schlecht für die Arbeitsbedingungen, aber nicht für den Belgier.

Vranckx soll ein sehr enger und freundlicher Junge sein. Eine Flugbegleiterin erinnert sich an eine Management-Veranstaltung inmitten der Pandemie. „Wir waren dort, um Essen zu servieren und Getränke auszuschenken“, sagt er. “Herr Vranckx ließ die wichtigen Leute ein paar Minuten warten und nahm sich Zeit. Er fragte, wie es uns gehe, er machte Witze. Er schien sehr nett zu sein.”

Nicht nur Vranckx-Mitarbeiter, sondern auch ihr Gegenüber finden lobende Worte. Während die Gewerkschaften in letzter Zeit viel zu kritisieren hatten, ist Vranckx ein respektvoller Gesprächspartner, der zuhört und nach Kompromisslösungen sucht.

Und auch in der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt (D) muss man mit dem Belgier zufrieden sein. Vranckx hat die Schweizer in der Pandemie deutlich übertroffen, den 1,5-Milliarden-Franken-Kredit an den Bund abbezahlt und soll dieses Jahr seinen ersten Gewinn präsentieren.

Wirtschaftlich also auf dem richtigen Weg. In Sachen Reputation hat seine Airline allerdings stark gelitten.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *