Schweizer Spitzenreiter am SEF: Optimismus, Unsicherheit und ein giftiger Cocktail

Am Freitagnachmittag zog ein kurzes Gewitter über dem Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken BE auf. Aber der Regenguss ist weit entfernt von dem „perfekten Sturm“, den viele renommierte Ökonomen auf die Weltwirtschaft schlagen sehen. Und wie das Wetter ist auch die Stimmung unter den von Blick befragten CEOs durchwachsen.

Die meisten Wirtschaftsführer bleiben optimistisch, auch wenn das Wort „Unsicherheit“ in den meisten Aussagen mitschwingt. Spezifische Probleme treten nur auf, wenn Sie darauf bestehen.

Eine Erfahrung, die Johannes Teyssen (62), Verwaltungsratspräsident der Alpiq Stromgruppe, teilt: «Die Schweizer KMU agieren aus einer soliden Position heraus. Das Einzige, was man immer wieder hört, sind die Engpässe bei der Lieferung. Aber man muss zweimal darum bitten.“

Große Herausforderungen

Auch Martin Hirzel (52), Präsident des Branchenverbands Swissmem, spricht von einem guten Jahresauftakt, warnt aber vor den kommenden Monaten: «Die Unsicherheit hat enorm zugenommen, wir haben einen giftigen Kriegscocktail, Lieferkettenengpässe, Inflation und die Lage in China. ”

Nina Müller (52), CEO von Jelmoli, fährt mit gutem Wetter fort: „Wir sind immer noch optimistisch, wir sind gut ins Jahr gestartet und hatten einen fantastischen Mai. Wir müssen schnell auf Herausforderungen reagieren und damit rechnen, dass sich die Preissteigerungen in vernünftigen Grenzen halten.“ Er klingt ähnlich wie der Abgeordnete Emanuel Probst nach Osteuropa. In Polen, Tschechien und den baltischen Staaten ist das Wachstum eingebrochen.“ In den USA hingegen wurden Jura-Kaffeemaschinen noch als Hot Cookies verkauft.

knapper Stahl

Wie die Badewannen in der Schweiz. Das sagt Beat Wullschleger (46), Mitinhaber und CEO der Wilhelm Schmidlin AG, dem einzigen Hersteller von Badewannen und Duschen in der Schweiz. „Wir sind grundsätzlich optimistisch, stehen aber vor großen Herausforderungen. Steigende Stahlpreise haben uns schon letztes Jahr Probleme bereitet, jetzt kommen noch steigende Strom- und Gaspreise hinzu.“ Die Herstellung von emailliertem Stahl kostet viel Energie.

Stahl ist auch für Monika Walser (57), Chefin von De Sede, ein Problem, die ihr Geschäft nach wie vor auf einem guten Weg sieht: „Stahl ist knapp, Leder ist teuer. Das bedeutet zum Beispiel, dass die hergestellten Sitze nicht geliefert werden können, weil die Stahlbeine fehlen.“

Und Fahrradproduzent Thomas Bingeli (48) ergänzt: «Wir stehen vor grossen Herausforderungen, aber wir haben die Lieferketten besser im Griff als noch vor einem Jahr. Unterm Strich freuen wir uns also sehr auf den kommenden Sturm.“ Ein Sturm, der in der Schweizer Wirtschaft kein Sturm ist, sondern vielleicht nur ein Platzregen.

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