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Erstellt: 01.07.2022 05:17
Von: Patrick Huljina
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Heftige Regenfälle und Hagel haben in Kärnten für viele Erdrutsche gesorgt. Der Schaden ist enorm. Am nächsten Tag beginnen die Reinigungsaufgaben.
- Viele Haushalte ohne Strom: Das volle Ausmaß der Sturmkatastrophe ist noch unklar.
- Ein Toter nach Schlammlawine: Ein 82-Jähriger kann sich nur noch in Versammlungen tot erholen.
- Schwere Unwetter in Österreich: In mehreren Kärntner Gemeinden ging der Zivilschutzalarm los.
- Dieser Newsticker zu schweren Unwettern in Österreich wird laufend aktualisiert.
Update vom 30. Juni, 15.47 Uhr: Nach der verheerenden Sturmnacht arbeiten die Einsatzkräfte im Unglücksbereich Meter für Meter. Laut Polizeihubschrauber Kärnten ist er im Dauereinsatz. Auch drei Heereshubschrauber fliegen in geringer Höhe. Der Zivilschutzalarm im Sturmgebiet Kärnten bleibt zunächst aktiv. Besonders betroffen sind die beiden Gemeinden Arriach und Treffen. Schlamm, Steine und Felsen sind überall. Viele Straßen wurden einfach abgerissen. Arrich hat am Donnerstag einen provisorischen Hilfspfad angelegt, berichtet MeinBezirk.at.
Zunächst ist noch unklar, wie viele Menschen in der Region aufgrund der schlammigen Straßen in ihren Häusern eingeschlossen sind. Am Mittwoch wurden neun Personen von zwei Familien ausgeflogen und an einen sicheren Ort gebracht. Es gibt keinen Strom und auch kein Wasser, die Menschen werden aus der Luft ernährt.
Es sei eine der schlimmsten Katastrophen, die Kärnten je erlebt habe, sagte Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Treffen. Viele Menschen haben alles verloren. Die Politik hat finanzielle Hilfe zugesagt.
Schwere Unwetter in Österreich: Noch isoliertere Gemeinde: „Der Schaden ist riesig“
Update vom 30. Juni, 12.15 Uhr: Die Reinigungsarbeiten werden nach dem Jahrhundertsturm in Kärnten am Donnerstag fortgesetzt. Bei Versammlungen am Ossiacher See ist ein Mann bei einer Schlammlawine ums Leben gekommen. Nach Angaben des ORF ist die Gemeinde Arriach nach wie vor von außen isoliert. Alle Zufahrtsstraßen sind unpassierbar. Hunderte Menschen sind laut heute.at noch immer von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.
Site-Helfer sind im Dauereinsatz. Fest steht jedoch: „Es wird kein Sprint, sondern ein Marathon. Die Aufräumarbeiten werden Monate dauern“, sagte Kärntens Zivilschutzbeauftragter Daniel Fellner, der Bote.
Reinigungsarbeiten in stürmischen Gebieten in Kärnten dürften Monate dauern. © IMAGO/B&S/Bernd März
Während einige Unwetteropfer in Kärnten noch in ihren Häusern eingeschlossen sind, haben Stürme und Starkregen seit Mittwochabend auch in Oberösterreich Schäden angerichtet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA wurden in der nördlichen Gemeinde Freistadt mehrere Dächer teilweise komplett eingedeckt. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Feuerwehr war dem Bericht zufolge wegen der überfluteten Keller vor allem in Linz und Umgebung sowie in der nahe gelegenen Gemeinde Perg im Einsatz.
Viele Haushalte ohne Strom: Das Ausmaß der Katastrophe in Österreich ist noch unklar
Update vom 29. Juni, 21.42 Uhr: Bis zum Abend sei es schwierig gewesen, sich einen Überblick über das Ausmaß des Hochwassers zu verschaffen, sagte Bezirkshauptmann Bernd Riepan dem ORF. „Wie viele Häuser betroffen sind, kann man wahrscheinlich erst morgen oder gar in den kommenden Tagen abschätzen. Was sich aber schon jetzt sagen lässt, ist, dass der Schaden enorm ist.
Etwa zehn bis fünfzehn Menschen wurden mit Hilfe des Hubschraubers aus ihren schlammigen Häusern in Arriach gerettet. Wie viele Menschen in der Region insgesamt eingeschlossen waren, könne man laut Riepan nur schätzen. Notaufnahmen werden derzeit nicht benötigt. Derzeit sei das Ziel der Helfer, die Hauptverkehrsverbindungen neu zu durchqueren, um Trinkwasser zu den Menschen zu bringen, sagt Riepan.
Zahlreiche Feuerwehrleute helfen, die Dörfer im Landkreis Villach-Land von den Schäden zu befreien. © Picture Alliance / dpa / APA / Gert Eggenberger
Nach Angaben des Energieversorgers Kelag waren am Nachmittag noch rund 2.000 Kundenanlagen ohne Strom, so der ORF weiter. Der Riepaner Bezirkshauptmann kündigte an, dass Kelag-Monteure am morgigen Donnerstag in die Schadstellen des Netzes einziehen würden.
Ein Toter nach Schlammlawine: Ein 82-Jähriger kann sich nur noch in Versammlungen tot erholen
Update vom 29. Juni, 14.49 Uhr: Zwei Hubschrauber und etwa 100 Soldaten sind in Kärnten im Einsatz, darunter auch schweres Gerät. Viele Straßen sind aufgrund von Schutt und Trümmern unpassierbar. Derzeit ist die Gemeinde Arriach im Bezirk Villach-Land von der Außenwelt isoliert. Ein vermisster Mann (82 Jahre alt) konnte erst am Mittwochnachmittag tot aufgefunden werden. Von einem vermissten Fahrer, der gegen 16 Uhr bei der Alarm- und Warnzentrale des Landes gemeldet worden war, fehlt laut ORF noch immer jede Spur.
Angesichts der Zerstörung meldete sich der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen via Twitter zu Wort. Er appellierte an die Menschen: „Passen Sie auf sich und Ihre Mitmenschen auf. Schauen wir uns an!”
Update vom 29. Juni, 13.36 Uhr: Ein schweres Unwetter hat im österreichischen Bundesland Kärnten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nachdem bereits in den Gemeinden Treffen am Ossiach und Arriach durch Erdrutsche und geschleifte Bäche der Zivilschutzalarm ausgelöst wurde, gilt diese Alarmstufe auch für Tamsweg im Salzburger Land. Laut ORF droht Leißnitzbach damit, seine Ufer zu sprengen. Die Bevölkerung wird aufgefordert, drinnen zu bleiben, Tiefgaragen und Weingüter nicht zu betreten und sich von Ufern und Brücken fernzuhalten.
Unwetter in Österreich: Zivilschutzalarm wegen Erdrutschgefahr und großer Gefahr durch reißende Ströme
- Arriach im Bezirk Villach-Land
- Treffen am Ossiacher See
- Tamsweg im Bezirk Salzburg
Nach Angaben des ORF wurden nun mehrere Eingeschlossene per Helikopter gerettet. Allerdings gibt es wohl auch einen ersten Todesfall. Wie meinbezirk.at berichtet, konnte ein 82-jähriger Mann nur noch tot in Versammlungen geborgen werden. Der Mann wurde bereits seit mehreren Stunden gesucht. Nähere Informationen wurden zunächst nicht bekannt.
Die Schäden an Versammlungen am Ossiacher See sind enorm. © Gert Eggenberger/dpa
Schwere Unwetter in Österreich: „Häuser meterhoch mit Schlamm begraben“
Erstmeldung vom 29. Juni: München/Villach – In der Nacht zum Mittwoch (29. Juni) sind im österreichischen Bundesland Kärnten heftige Unwetter ausgebrochen. Heftige Regenfälle und Hagel verursachten zahlreiche Erdrutsche. Die Häuser wurden teilweise bis zum ersten Stock begraben. Die Situation ist nicht klar. Für die Gemeinden Treffen am Ossiach und Arriach im Landkreis Villach-Land wurde sogar der Zivilschutzalarm ausgelöst. Nach Angaben des ORF waren am Mittwochmorgen noch 7.500 Haushalte im Umkreis von Villach und Umgebung ohne Strom.
„Man kann sich das kaum vorstellen. Die Häuser sind meterhoch mit Schlamm begraben, die Autos sind abgerissen. Die Menschen stehen unter Schock“, sagte Bademeister Michael Siter dem österreichischen Nachrichtenportal Kurier. Er ist seit 20 Jahren im Wasserrettungsdienst und hat Vergleichbares noch nie erlebt. Wie viele Verletzte es gibt, ist derzeit noch unklar. „Bisher haben wir sieben Personen und einen Hund geflogen“, berichtet Siter.
In Treffen am Ossiacher See sind ganze Straßenzüge von Schlamm und Überschwemmungen bedeckt. © Gert Eggenberger/dpa
Der Rettungsschwimmer gehörte nach Angaben des Boten zu den Einsatzkräften, die am Morgen per Helikopter in die betroffenen Gebiete verlegt wurden. Die anderen Straßen seien laut Polizei „zu gefährlich“ und „zu schlammig“. Es gibt auch 24-Stunden-Krankenschwestern zwischen den Notdiensten. Sie sollen pflegebedürftige Menschen vor Ort unterstützen. Außerdem sind Feuerwehr, Bergrettung, Bundesheer und Suchhunde im Einsatz. Sie sollen Verschüttete ausfindig machen.
Unwetter in Österreich: Zivilschutzalarm ausgelöst – „Jahrhunderthochwasser“
Besonders betroffen waren ersten Meldungen zufolge die beiden Gemeinden Treffen am Ossiach und Arriach im Süden Österreichs. Gegen 3.30 Uhr wurde für die Treffen der Zivilschutzalarm aktiviert, der später zum Zivilschutzalarm erweitert wurde. Laut ORF wurden die Menschen angewiesen, sich im ersten Stock ihrer Wohnungen zu sichern und abzuwarten, bis sich die Lage entspannt.
Aufgrund der extremen Niederschläge explodierten mehrere Bäche an mehreren Stellen über ihre Ränder. Johannes Moser vom Hydrologischen Dienst hat gegenüber dem ORF von einem “Jahrhunderthochwasser” gesprochen. Der Bürgermeister der Versammlung, Klaus Glanznig, erklärte, dass ein Krisenstab eingerichtet worden sei. Viele Straßen sind mit Schlamm und Steinen bedeckt und derzeit nicht befahrbar.
Österreich: Arriach aus der Umgebung gehauen
Um 5.30 Uhr wurde auch in der Gemeinde Arriach eine Zivilschutzwarnung ausgegeben, die gegen 6 Uhr zu einem Zivilschutzalarm erweitert wurde. Laut APA sagte Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), dass es in Arriach und anderen Orten in der Region “sowohl innerhalb weniger Stunden als auch Mitte Juni geregnet hat”.
Laut ORF ist Arriach derzeit von der Umwelt abgeschnitten. Die Armee versucht, die verschütteten Straßen zu durchbrechen. Unterdessen führen Polizeihubschrauber Aufklärungs- und Evakuierungsflüge durch. Es gebe auch Berichte über Vermisste, sagte Bezirkshauptmann Bernd Riepan. „Wir versuchen, uns mit dem Helikopter einen Überblick über die Lage zu verschaffen, um schnellstmöglich Menschen retten zu können“, sagte er.