Deutschland Bayern
Antisemitismusbeauftragter kritisiert Selenskys Karikatur der „SZ“
Stand: 27.05.2022 | Lesezeit: 2 Minuten
Der CSU-Politiker Ludwig Spaenle ist seit Mai 2018 antisemitischer Funktionär in Bayern
Quelle: pa/dpa/Armin Weigel
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Die Darstellung des ukrainischen Präsidenten in einer Karikatur der „Süddeutschen Zeitung“ wecke bei vielen Menschen antisemitische Klischees, kritisiert der bayerische Antisemitismusbeauftragte. Die „SZ“ bedauert die „Irritation“, die durch die Karikatur ausgelöst wurde.
Auch der bayerische Landesbeauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismus Ludwig Spaenle hat die “Süddeutsche Zeitung” wegen einer umstrittenen Karikatur kritisiert. Dieses zeigt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als überdimensionale Figur beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Spaenle erklärte am Freitag in München, Cartoons seien eine besondere Form der Meinungsäußerung und des künstlerischen Schaffens, zudem müsse es große Freiheiten geben. „Allerdings halte ich diese Karikatur für ein schlechtes Porträt des Präsidenten der Ukraine, und meiner Meinung nach ist dies inakzeptabel.“
Die Form der Repräsentation weckt bei vielen realitätsferne antisemitische Klischees. Der ukrainische Präsident hat jüdische Wurzeln. Spaenle betonte, dass ihn das alles auch persönlich beunruhige, weil er die Berichterstattung der Zeitung über Strömungen, Vorfälle und antisemitische Straftaten schätze.
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Viele Stimmen hatten zuvor im Internet ähnliche Kritik geäußert und teilweise auch auf frühere Zeichnungen in der Zeitung verwiesen. Die „Süddeutsche Zeitung“ reagierte zunächst via Twitter auf die Kritik an der Karikatur in der Urlaubsausgabe: „Diese Karikatur ist die grafische Umsetzung des Fernsehbildes vom Montag: Der ukrainische Präsident in der Videowand, und damit im Format XXL, vor Publikum in Die Davoser Zeitung platzierte zudem eine Videoaufzeichnung des Forums direkt unter der Karikatur des Tweets.
Der Chefredakteur der Zeitung sagte am Freitag, er bedauere die „in dieser Hinsicht aufgetretenen Irritationen“. Auf dpa-Anfrage sagte der Chefredakteur: „Wie wir den Reaktionen der Leser entnehmen können, weckt die Karikatur bei manchen Menschen antisemitische Assoziationen. Das war keineswegs unsere Absicht.“ Die “SZ” ist gegen jede Form von Antisemitismus. Gleichzeitig sagte der Chefredakteur, Kritik sei ernst genommen worden.
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