Serge Gnabry und die fehlende Wertschätzung

Anfang dieser Woche kursierten einige fast unehrenhafte Dinge über Serge Gnabry. Der „Kicker“ berichtete, dass dem Offensivspieler des FC Bayern München ein Angebot seines ehemaligen Arbeitgebers vorliegt; dass es trotz einer Jahresgebühr von 19 Millionen Euro bisher nicht gelungen ist, dieses Angebot anzunehmen.

Es ist wahrscheinlich gut, diese Berichte – wie ernst sie auch sein mögen – mit anderen freundlicheren Bildern zu vergleichen.

Am Mittwoch saßen deutsche Fußballer nach dem Training in einem dunklen Raum, um eine Diskussionsrunde über die Zustände im WM-Gastgeberland Katar zu verfolgen. Kurz bevor es losging, verschwand Gnabry hinter den Kulissen und kehrte mit einer Reihe von Wasserflaschen zurück, die er an seine Kollegen verteilte. Die ganze Prozedur wurde zweimal wiederholt, bevor sich der Münchner hinsetzte.

Serge Gnabry als Wasserträger? Das gilt nicht für seine Situation bei der deutschen Nationalmannschaft. Seit seinem Debüt im November 2016 ist Gnabry bei seinen Vorgesetzten sehr beliebt. So war es bei Joachim Löw. Und das ist bei Hansi Flick, seinem Nachfolger als Bundestrainer, nicht anders.

Die Gehaltsstruktur eines Teams

Zu Hause, beim FC Bayern, ist das vielleicht nicht so. Der 26-Jährige gehört nicht zur Spitze der Münchner Hierarchie, daran wird sich auch bei einer Vertragsverlängerung nichts ändern.

„Es ist nicht so, dass die Medien oft behaupten, dass jeder von uns an Geld denkt“, sagt Gnabry, wenn er auf das Thema Wertschätzung angesprochen wird. “Es gibt noch viele andere Dinge, die im Arbeitsverhältnis eine wichtige Rolle spielen.” Aber das Gehalt gibt zumindest Aufschluss. Angeblich sind Fußballprofis zumindest über die Gehaltsstruktur ihrer Mannschaft informiert und können aus der Gehaltstabelle auch ihre eigene Position im Team ablesen.

Soll Mané ihn ersetzen?

Aktuell ranken sich viele Gerüchte um Serge Gnabry, um seine berufliche Zukunft beim FC Bayern oder anderswo, und natürlich wird er gefragt, wann er mit der Nationalmannschaft unterwegs ist, zwei Tage vor dem Nations League-Spiel gegen Europameister Italien am Samstag in Herzogenaurach eine Pressekonferenz erscheint. „Zu meiner eigenen Vertragssituation möchte ich mich hier nicht äußern“, antwortet er. “Keine weiteren Fragen dazu, bitte.”

Sadio Mané, möglicher Einstieg des FC Bayern, äußert sich nicht einmal. Die Verpflichtung des Senegalesen, der derzeit einen Vertrag beim FC Liverpool hat, Finalist der Champions League, könnte seine Position im Team gravierend beeinflussen, und ein Kommentar zu dieser Persönlichkeit würde zumindest indirekt Aufschluss über seine geben eigene Pläne.

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