Die EU hat kürzlich beschlossen, dass alle Mitglieder ihren Gasverbrauch vom 1. August 2022 bis 31. März 2023 freiwillig um 15 Prozent reduzieren. Zieht die Schweiz nach? Umweltministerin Simonetta Sommaruga bezieht Stellung und sagt, wie Unternehmen und Privatpersonen helfen können, jede Energiekrise zu bekämpfen.
Simonetta Sommaruga
Bundesrat
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Die SP-Politikerin Simonetta Sommaruga wurde im November 2010 in den Bundesrat gewählt. Seit Januar 2019 ist sie Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).
SRF News: Aufgrund der Energiesituation muss das Werk Beznau weiter produzieren, Fische in Gefahr oder nicht. Wie schlecht ist unsere Energiesituation?
Simonetta Sommaruga: Die Lage ist angespannt. Wir haben eine globale Energiekrise mit Epizentrum in Europa. Mit dem Kernkraftwerk Beznau exportieren wir derzeit – wie immer im Sommer – Strom, sind dann aber im Winter auf Importe angewiesen. Das bedeutet, dass wir auch mit unseren europäischen Nachbarn zusammenarbeiten müssen, um sicherzustellen, dass wir gut koordiniert sind.
Ging es in Beznau nicht eher darum, unsere eigenen Stauseen nicht zu leeren, weil wir sie im Winter noch brauchen?
Derzeit kann kein Land nur auf sich selbst aufpassen. Bei Gas und Öl sind wir zu 100 % vom Ausland abhängig. Daher besteht ein großes Interesse an guter Kommunikation. Und gleichzeitig muss jedes Land sein Bestes geben, um auf eine mögliche Krise vorbereitet zu sein.
Was ändert sich konkret nach dem Austausch mit europäischen Ländern?
Die EU verlangt von ihren Mitgliedsstaaten Notfallpläne, und die Schweiz tut das jetzt und sorgt dafür, dass sie bestmöglich koordiniert werden.
Auch die EU plant, Gas einzusparen. Und auch hier finde ich, dass sich die Schweiz der EU anschliessen sollte.
Bedeutet dies, dass die Schweiz von August bis März auch 15 Prozent beim Gas sparen soll?
Der Bundesrat entscheidet. Wir prüfen das, weil es wichtig ist, der EU zu zeigen, dass auch wir einen Beitrag leisten. Die Branche tut es übrigens bereits. Angesichts der hohen Preise suchen alle nach Möglichkeiten, effizienter zu werden.
Wie könnten Sie 15 Prozent Benzin sparen?
Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten, beispielsweise Zweistoffsysteme, dh dass ein Prozess mit Öl statt mit Gas durchgeführt wird.
Wenn Unternehmen von Gas auf Öl umsteigen, aber mehr CO₂ ausstoßen, werden sie ihre CO₂-Ziele nicht mehr erreichen können. also, was sagst du
Nun muss der Bundesrat diese Fragen untersuchen. Wir haben die Gasindustrie aufgefordert, mehr Gas zu kaufen und zu speichern. Erstmals im nächsten Winter haben wir auch Reserven in den Stauseen und wir haben eine Rettungsaktion für die großen Kraftwerke. Wir haben in den letzten Monaten viele Entscheidungen getroffen.
Bildunterschrift: Umweltministerin Simonetta Sommaruga. KEYSTONE/Peter Schneider
Bedeutet dies, dass der Bundesrat allenfalls Unternehmen entgegenkommen wird, die nun womöglich zunehmend „schmutzig“ werden?
Wir werden es prüfen. Um die Energieversorgung für den Winter zu gewährleisten, müssen viele Länder Dinge tun, auf die sie eigentlich lieber verzichten würden. Der grüne Energieminister in Deutschland zum Beispiel muss zurück zur Kohle.
Um die Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen viele Länder Dinge tun, die sie eigentlich lieber nicht tun würden.
Aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass die Krise nicht mit dem Ende des Winters enden wird. Deshalb ist es eines der wichtigsten Dinge, die Produktion erneuerbarer Energien auszubauen.
Sollen wir jetzt alle Strom sparen?
Wir arbeiten gemeinsam mit Unternehmen und der Industrie an einer Kampagne, um zu zeigen, was jeder von uns beitragen kann.
was machst du persönlich
Im Moment stellt sich die Frage, ob die Klimaanlage eingeschaltet sein sollte oder ob darauf verzichtet werden kann. So können Sie beispielsweise kürzer duschen. Es gibt Dinge, die jeder tun kann.
Das Interview führte Nathalie Christen.