- Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine wird mit einer Zunahme von Cyberangriffen in der Schweiz gerechnet.
- Und gerade Genf könnte stärker ins Fadenkreuz von Spionen geraten.
- Das schreibt der Bundesnachrichtendienst (NDB) in seinem aktuellen Lagebericht.
Der NDB schreibt weiter, dass mit Cyberaktivitäten zu rechnen sei, insbesondere im Zusammenhang mit Kriegshandlungen. Der Cyberkrieg eskalierte im April. Russland ist nicht das einzige Land, das Cyberoperationsfähigkeiten entwickelt. Ähnliche Angriffe würden in den kommenden Jahren zunehmen.
Die Bedrohung ist echt.
“Die Bedrohung für die Schweiz ist real”, sagte FIS-Chef Christian Dussey den Berner Medien.
Geneva International bleibt das Zentrum der internationalen Spionageaktivitäten in der Schweiz. Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz seitens der Großmächte und einiger Regionalmächte sowie des zunehmenden Bedarfs an bilateralen und multilateralen Gesprächen auf neutralem Boden ist es dem Bericht zufolge in Genf wahrscheinlich, dass in Zukunft mehr Spionage stattfinden wird als bisher .
Digitale Arbeit als Sicherheitsrisiko
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Dass Covid-19 die Digitalisierung beschleunigt hat, ist laut NDB ein Sicherheitsrisiko. Während der Pandemie mussten schnell Lösungen für digitales Arbeiten gefunden werden. Viele dieser Schnell- und Zwischenlösungen haben sich fest etabliert. Sensible Daten sind schlecht vor Zugriffen geschützt.
Seit Beginn des Ukraine-Krieges habe die NDB jedoch keine Veränderung der Bedrohung durch Russlands verbotene Informationen für die Schweiz festgestellt, sagte FIS-Chef Christian Dussey in einem Zeitungsinterview, das Tamedia am Montag veröffentlichte. “Wir wissen, dass mehrere Dutzend Offiziere in den diplomatischen und konsularischen Vertretungen Russlands in Genf tätig sind.”
Bildunterschrift: Der neue Bundesnachrichtenchef Christian Dussey stellt den Sicherheitsbericht vor. Schlussstein
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern hat die Schweiz noch keine russischen Geheimdienstler ausgewiesen. Damit russische Dienste aus diesem Grund nicht in die Schweiz abwandern, müssten die Mittel ausgeschöpft werden, um russische Geheimdienstagenten am Eindringen in das Land zu hindern, heißt es in dem Bericht.
Die terroristische Bedrohung bleibt hoch
Gemäss NDB bleibt die Terrorgefahr in der Schweiz hoch. Der Krieg in der Ukraine hat sich bisher nicht ausgewirkt. ISIS und Al-Qaida bleiben für die terroristische Bedrohung von entscheidender Bedeutung.
Der NDB spricht von einer “diffuseren Bedrohung”. Seit 2020 wächst die Gefahr, dass Einzelpersonen ohne direkte Verbindung zu ISIS und Al-Qaida autonom handeln. Gemäss NDB ist «das wahrscheinlichste Terrorszenario» für die Schweiz ein Gewaltakt eines dschihadistisch inspirierten Einzeltäters.
Die zentrale Organisation des IS im Nahen Osten und angeschlossene Regionalgruppen auf der ganzen Welt können Anschläge in Europa kaum eigenständig planen und durchführen. Allerdings könnten ehemalige IS-Kämpfer, die nach Europa zurückkehren, gefährlich werden. Die „latente Bedrohung“ von Al Qaida bleibt bestehen. Es dürfte laut dem Bericht von der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan profitieren „und kann regeneriert werden“.
Inländische extremistische Szenen
Laut NDB ist die nationale Dschihadisten-Szene “heterogen und schlecht organisiert”, könnte aber eine langfristige Sicherheitsbedrohung darstellen. Der NDB nennt beispielsweise finanzielle und logistische Unterstützung für gewaltbereite islamistische Akteure und radikalisierte Gefangene, die ihre Gefühle in der Szene verbreiten.
Was ist mit Corona-Extremisten?
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Dem Bericht zufolge hat sich das Szenario der Kronenextremisten beruhigt und seit der Rückkehr zur Normalsituation nach dem Spring Outbreaks Act stark reduziert. Bestimmte Personen oder Gruppen, die sich während der Pandemie möglicherweise radikalisiert haben, können jedoch auf neue Probleme zurückgreifen und ihre gewalttätigen Aktivitäten fortsetzen.
Die Covid-19-Pandemie zeige laut NDB das „Störpotenzial“ eines Virus. Technologien wie mRNA-Impfstoffe ermöglichten es, einen biologischen Angriff mit ausreichendem Schutz für die Seite im Voraus zu planen. Wie im Cyber-Bereich wäre es schwierig, einen solchen Angriff zuzuordnen.
Auch extremistische Szenen haben laut Lagebericht ein „erhebliches Bedrohungspotential“. Der linken Szene werden 2021 20 Gewalttaten zugeordnet, der rechten drei. Es gab 19 Gewaltvorfälle im Zusammenhang mit Kronenextremismus.