Die Sicherheitswarnung des BSI vor der Softwarefirma Kaspersky beruht laut Experten auf Spekulationen. Das BSI sieht das anders.
Die im März vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichte Sicherheitswarnung vor dem Einsatz von Kaspersky-Software ist umstritten. Die Recherchen von Bayerischem Rundfunk (BR) und „Spiegel“ legen nahe, dass die Rechtfertigung des BSI vor allem auf angeblichen politischen Annahmen beruht und nicht auf technisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Wie beide Medien berichten, setzte sich ein BSI-Abteilungsleiter für eine Abmahnung ein, weil der russische Staat das Unternehmen bereits ausgebeutet haben könnte: “Die Hacker könnten ihre Vorbereitungen bereits abgeschlossen haben und nur noch auf einen Einsatzbefehl warten.”
Ein anderer Abteilungsleiter des BSI bestritt diese Schlussfolgerung jedoch mit dem Argument, dass das Vorliegen einer Sicherheitslücke – die sicherlich eine Abmahnung rechtfertigen würde – nicht klar dargestellt worden sei: „Das halte ich aber hier für besonders wichtig, da wir es sind derzeit nicht in der Lage, eine technische Sicherheitslücke nachzuweisen”, sagte er.
Gleichzeitig wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Kaspersky seine Server vor Jahren in die Schweiz verlegt hatte, um den Zugriff der russischen Regierung zu vermeiden. Die Sicherheitswarnung wurde trotz dieser Bedenken herausgegeben.
Das Ergebnis war von Anfang an klar
Dennis-Kenji Kipker, Professor für Computersicherheitsrecht an der Universität Bremen, wirft dem „Spiegel“ laut BSI vor, seine Rechtfertigung auf Vermutungen und reine Spekulationen gestützt zu haben.