Am Flughafen Wien-Schwechat wurde kürzlich Österreichs größte Photovoltaikanlage eröffnet. Es hat 24 Hektar. Das entspricht einem etwa 500 mal 500 Meter langen Feld. In Zukunft wird es im Burgenland deutlich größere Photovoltaikanlagen geben, zum Beispiel in Nickelsdorf. Es wird fast siebenmal so groß sein. In Punitz (Bezirk Güssing) wurde die bisher größte Photovoltaikanlage des Burgenlandes errichtet. Sie sind sechs Hektar groß.
ORF-Photovoltaikanlage in Punitz
Zinggl: Vermeiden Sie einen Mosaikteppich
Genehmigt würden diese Anlagen, weil ein burgenländischer Mosaikteppich vermieden werden solle, sagte Peter Zinggl vom Landesplanungsamt. Sie sollten wirklich nach den besten Gegenden suchen. Dabei spielten Fragen des Landschaftsschutzes, des Naturschutzes, der landwirtschaftlichen Nutzung und des Netzzugangs eine wichtige Rolle.
ORF Outdoor-Photovoltaikanlagen werden mit Masten montiert
Beständigkeit gegen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen
In einigen Gemeinden regt sich jedoch Widerstand. In Wimpassing scheiterte der Bau einer 64 Hektar großen Anlage an einer Volksabstimmung; weiterlesen auf Wimpassing stimmt gegen Mega-Photovoltaik-Anlagen. Eines der Gegenargumente: Photovoltaikanlagen müssen auf Dächern montiert werden.
ORF-Lager in Müllendorf
Diverse Schwierigkeiten beim Ausbau des Daches
Lagerhallen wären zum Beispiel ideal. So steht beispielsweise das Dach des Logistikzentrums der Supermarktkette Lidl in Müllendorf leer. Auf Nachfrage des ORF Burgenland antwortete das Unternehmen, dass derzeit die Umsetzung einer Photovoltaikanlage geprüft werde. Nebenan befindet sich eine noch größere und brandneue Lagerhalle mit einer Dachfläche von drei Hektar. Der Eigentümer, das deutsche Unternehmen Garbe, hat zugesagt, alle seine Logistikimmobilien mit Photovoltaikanlagen auszustatten. In Müllendorf ist das bestehende Stromnetz jedoch noch nicht so ausgelegt, dass Strom geliefert werden kann.
Es gibt andere Probleme mit Dachverlängerungen. In einer bestimmten Region wurden alle Industrie- und Gewerbebetriebe angesprochen und am Ende blieben nur noch zehn bis 15 Prozent der Flächen übrig, auf denen in den nächsten zwei bis drei Jahren noch gebaut werden kann oder gewünscht wird“, so der Parndorfer Windpark. – und der Photovoltaikbetreiber Lukas Püspök.
In einigen Industriegebäuden bei Parndorf sind bereits ORF-Photovoltaikanlagen vorhanden
Bei einer Photovoltaikanlage bleibt das Dach 25 Jahre unverändert
Ein Blick von oben auf Parndorf zeigt, dass in einigen Gebäuden bereits Solarenergie produziert wird, in anderen noch nicht. Ein Ausbau der Photovoltaik auf einem Industriedach bedeutet laut Püspök auch, dass das Dach 25 Jahre lang nicht verändert werden darf. Langfristige Planungen von Unternehmen sind mit dem Ausbau der Photovoltaik auf dem Dach oft nur schwer vereinbar. Außerdem sind die Baukosten auf Dächern höher als im Freiland.
ORF
Laut einer aktuellen Studie der Österreichischen Energieagentur dürfen im Burgenland maximal 500 Hektar Photovoltaik-Paneele auf den Dächern aufgebracht werden. Das ist knapp ein Siebtel der insgesamt benötigten Fläche. Es werden 2.700 Hektar Land benötigt. Bei Photovoltaikanlagen auf Freiflächen gebe es de facto keine Bodenversiegelung, so Püspök, weil nichts konkret sei, sondern nur Stöcke im Boden versenkt worden seien.
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Gemessen am gesamten Burgenland sollen 0,7 Prozent der Erdoberfläche für Photovoltaikanlagen genutzt werden. Zum Vergleich: Brachland ist mit 2,2 Prozent mehr als dreimal so groß.