25.06.2022 12:47 (25.06.2022 12:47)
Ein aus Oldenburg vermisster achtjähriger Junge wird lebend gefunden © APA/dpa/Andre van Elten
Nach achttägiger Suche kam am Samstagmorgen die erlösende Nachricht, dass der vermisste Junge lebend in einer Schlucht gefunden wurde:
„!!! !! Der #8-jährige Joe lebt !!!!!!“, twitterte die Polizei am Morgen in Oldenburg. Zahlreiche Ausrufezeichen drücken aus, was nicht nur Beamte, sondern die ganze Stadt und viele Menschen in Deutschland empfinden: „Wir sind sehr glücklich, wirklich!“, sagte Polizeisprecher Stephan Klatte. Die Nachricht verbreitete sich schnell in den sozialen Medien.
Geräusche unter dem Munddeckel
Ein Spaziergänger aus einem Wohngebiet im Ortsteil Donnerschwee hörte gegen 6.20 Uhr ein leises Stöhnen aus der Adresse einer Baumstammabdeckung und meldete Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. Als sie den schweren Deckel öffneten, fanden sie den Jungen. Das psychische Kind wurde nur wenige hundert Meter von seinem Elternhaus entfernt gefunden. Zuletzt wurde er in diesem Stadtteil gesehen, im Bereich der alten Kaserne.
Allerdings wurde in den vergangenen Tagen auch im benachbarten Landkreis Ammerland gesucht, nachdem Zeugen das Kind in einem Erdbeerfeld in der Nähe einer psychiatrischen Klinik am Stadtrand von Bad Zwischenahn gesehen hatten. Die Polizei schloss nicht aus, dass Joe die Durchsuchung als eine Art Versteck verstehen könnte. So öffnete er auch Container mit Altkleidern in der Stadt Oldenburg, vielleicht hatte Joe gekrabbelt.
Mord wurde nicht ausgeschlossen
Die Suche zog durch die gesamte Region. Freiwillige tourten durch die Stadt, freiwillige Feuerwehrleute unterstützten Beamte. Unternehmen und Partnerschaften teilen sich Suchaufrufe.
Die Frage, wohin der achtjährige geistig behinderte Joe gegangen sein könnte, beschäftigt Menschen in ganz Deutschland. Die kursierenden Bilder zeigten ein Kind mit strahlenden Locken glücklich vor der Kamera. Doch je länger die vergebliche Suche dauerte, desto größer wurde die Angst, ihn nicht lebend zu finden. Die Polizei untersuchte auch die Möglichkeit eines Gewaltverbrechens. Nach einem Zeugen wurde eine Mordkommission eingesetzt.
Hilfe
Umso größer ist die Erleichterung beim Happy End. Joe sei äußerlich unverletzt geblieben, als die Polizei ihn aus der Schlucht befreite, sagte Klatte. “Aber wegen der kühleren Nacht war es eindeutig unterkühlt.” Er wurde sofort zur Behandlung und Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.
Dass Joe endlich gefunden wurde, bedeutet nicht, dass die Polizei die Ermittlungen nun beendet hat. Es gibt noch viele Fragen, die wichtigste: Wie ist Joe in den Zaun geraten?
Wie bist du da reingekommen?
Selbst ein starker Erwachsener kann den extrem schweren Deckel nicht ohne weiteres anheben. Denkbar sei, dass das Kind an einer anderen Stelle des verzweigten Kanalsystems in das Labyrinth des Tunnels klettere und durch die Rohre krabbele, sagte der Polizeisprecher.
„Einige der Abwasserrohre sind so eng, dass kein Erwachsener hindurchpasst“, sagte Klatte. Nun wollen Forscher mit Kameras im Abwasserkanal nach Hinweisen suchen, um den Weg zu verstehen, den Joe möglicherweise eingeschlagen hat. Aber die andere mögliche Erklärung, dass ein Verbrechen begangen wurde, wurde von der Polizei noch nicht eingereicht, sagte Klatte. Es ist also denkbar, dass jemand Joe absichtlich auf den Zaun gestellt hat. „Wir werden diese Möglichkeit weiter beobachten“, sagte der Polizeisprecher.