Der Rückzug sei “stark spürbar”, sagte Asyllandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) auf noe.ORF.at. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht, da viele Rückkehrerinnen und Rückkehrer sich bei der Ausreise aus Österreich nicht abmelden. Laut einem internen Dokument des Innenministeriums geht der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) sogar davon aus, dass drei der 6,2 Millionen Vertriebenen bereits in die Ukraine zurückgekehrt sind.
Laut Innenministerium stellen die hohe Rückkehrerzahl und die schwierige Datenlage kein Problem für die Organisation der Flüchtlingshilfe in Österreich dar. Denn nur wer in Österreich bleibt, erhält die Grundgebühr von 215 Euro monatlich. Öffentliche oder private Beherbergungsbetriebe müssen den Auszug der Berechtigten innerhalb von drei Tagen melden.
Drei von vier Ankunftszentren sind geschlossen
Ukrainische Flüchtlinge in Niederösterreich
Derzeit befinden sich 13.000 ukrainische Flüchtlinge in Niederösterreich. Das entspricht nach Angaben des Innenministeriums etwa einem Viertel der bundesweiten Gesamtzahl der Vertriebenen.
11.000 Menschen befinden sich in Grundversorgung, die restlichen 2.000 Menschen werden aus eigener Kraft versorgt oder gelten als hilfsbedürftig.
Auch die Zahl der Neuankömmlinge ist rückläufig. In Österreich haben sich zuletzt täglich zwischen 200 und 300 Personen angemeldet. „Eigentlich gibt es keine Flüchtlingsbewegung mehr“, sagt Landesrat Waldhäusl. Deshalb hat das Land in Niederösterreich drei von vier Ankunftszentren gestrichen. Laut Waldhäusl sind die Zentren Wiener Neustadt, Schwechat und St. Pölten wurden oder werden in Kürze geschlossen.
Lediglich das Zentrum der Neuen Arena in Wiener Neustadt würde noch bis August in Betrieb bleiben. „Mir ist es wichtig, für alle Fälle ein Sicherheitsnetz zu haben“, sagt Waldhäusl. Besonders günstig ist auch der Vertrag mit Arena Nova. Ab August wird die Arena anderweitig genutzt.
Solidarität oben
Waldhäusl rechnet nicht mit einer zweiten Flüchtlingswelle: „Solange die Russen nur den Osten angreifen, gibt es keine Bewegung mehr auf uns zu.“ Vertriebene aus der Ostukraine würden im Land Schutz suchen und nicht kommen. in Österreich.
Zudem sei die Solidarität in Niederösterreich groß. Wenn es um Privatzimmer geht, gibt es noch eine lange Liste zu finden. 9.300 der 11.000 Grundversorger haben eine Unterkunft bei privaten Anbietern gefunden, rund 2.700 Menschen leben in Quartieren des Landes.