Sie spielen im Wallis – der Bauer bewässert Tag und Nacht seine Wiesen – von Hand

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Walliser Bauern tun ihr Bestes, damit die Matten nicht austrocknen. Für wie lange?

Die Dürre verlangt den Landwirten alles ab. Vor allem Monica Duran, die oberhalb von Leuk VS einen Bauernhof mit 240 Schafen und 20 Kühen bewirtschaftet. Er steht derzeit fast Tag und Nacht, um seine Weiden zu bewässern. Und das sind mehr als 60 Stunden pro Woche.

Bildunterschrift: Monica Duran lenkt das kostbare Wasser mit einer Wasserfolie auf die richtige Weide. SRF

Denn sie bewässert die Wiesen, indem sie das Wasser aus den Suonen – den historischen Wasserleitungen – per Hand mit einem Wasserteller auf die grünen Wiesen leitet.

Wenn ich die Wiesen nicht bewässere, trocknen die Wiesen schnell aus. Und dann haben wir kein Futter für die Tiere

Er arbeitet fast pausenlos: „Ich war den ganzen Sommer beschäftigt. Sogar nachts. Wenn ich die Wiesen nicht bewässere, trocknen die Wiesen schnell aus. Und dann haben wir kein Futter für die Tiere», sagt die Walliserin gegenüber der SRF-Journalistin.

Bildunterschrift: Das Wasser von Monica Durans Weiden stammt von den Gletschern des Altwallis. Aufgrund der globalen Erwärmung wird es immer knapper. SRF

Um das Wasser lenken zu können, geht er mit dem sogenannten Wasserblatt durch die Wiese und bringt so das kostbare Wasser an die richtigen Stellen.

Das Wallis will die Suonen zum Weltkulturerbe machen

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Die Suonen (historische Wasserläufe finden sich im Wallis) sind seit langem Kulturgüter. Nun sollen die Suonen bald auf der Liste des immateriellen Erbes der Menschheit stehen. In Ayent VS hat der Kanton am Montag das entsprechende Gesuch bei der UNESCO eingereicht.

Es ist ein multinationales Projekt: Auch die Niederlande, Deutschland, Österreich, Italien und Luxemburg sind beteiligt. Sie alle wollen, dass ihre traditionellen Bewässerungssysteme in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen werden.

Das Wasser kommt hoch aus den Bergen und wird in schier endlosen Röhren durch die schroffen Felsen in Richtung Tal transportiert. Aber je weiter sich die Gletscher entfernen, je länger, desto weniger Wasser kommt an. „Noch ein, zwei Wochen, dann hat Illbach wohl kein Wasser mehr“, so Duran weiter.

Daher muss mehr Wasser aus anderen Bächen entnommen werden. Die globale Erwärmung dürfte Monica Durans Arbeit in Zukunft noch schwieriger machen, als sie es ohnehin schon ist.

Legende: Legendäre Wasserleitungen: Derzeit sind im Wallis 188 Bissas in Betrieb, die Bauern zur Bewässerung nutzen. Schlussstein

Im Wallis gibt es viele landwirtschaftliche Wasserleitungen, weil das Alpental im Hinterland sehr trocken ist und die Wiesen hier entsprechend bewässert werden müssen. Sonst würde nichts wachsen.

Die Pest verursachte den Suonen-Boom

Die Entwicklung der Suonen ist auch mit der Pest verbunden. Weil die „Schwarze Pest“ im 14. Jahrhundert die Bevölkerung massiv dezimierte, setzten die Bauern auf Viehzucht statt Ackerbau und mussten die Wiesen intensiver bewässern.

Sogar Feuerwehrleute sind neidisch auf manche Spritzer.

Was ist das Besondere an den Walliser Bissas im Vergleich zu ähnlichen Pfeifen in anderen Gegenden? „Dass Suonen an steilen Bergen oder sogar an Felswänden gebaut wurden, ist einzigartig. Das sind technische Meisterwerke“, sagt der Historiker Werner Bellwald.

Bildunterschrift: Technische Meisterleistung: In Ayent VS durchqueren Suonen eine Keystone-Felswand

Früher gab es im Wallis über 600 Suonen. Aber viele sind verfault oder schmutzig. 188 der historischen Wasserleitungen werden noch landwirtschaftlich genutzt. „Die meisten davon werden touristisch genutzt“, so Bellwald weiter. Suonen sind sehr romantisch, aber immer modernere Bewässerungssysteme müssen weichen. „Auch Feuerwehrleute werden neidisch, wenn es spritzt“, sagt der Historiker mit einem Augenzwinkern.

Bildunterschrift: Immer mehr Bäuerinnen greifen zu modernen Bewässerungsmethoden. Schlussstein

Monica Duran wird bis Ende August in den oberen Leuk-Lagern ausser Haus sein. „Manchmal wird man müde. Aber das ist nur ein Teil“, sagt die Bäuerin.

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