Escape Room Besitzer Silvio Meier (42) ist verzweifelt. Während sein Rätselparadies Altstetten zu den beliebtesten der Stadt Zürich gehört, könnte das Täuschen, Raten und Kombinieren bald ein Ende haben.
Der Grund: Als sie 2017 ihren Escape Room bauten, bauten Meier und seine Frau Julia (32) in den angemieteten Raum eine rund fünf Meter hohe Mezzanine ein. Dann bauten sie ihren bisher aufwändigsten und schwierigsten Raum, den „Da Vinci Code“. «Wir haben viel Herzblut reingesteckt», sagt das Paar stolz zu «Blick».
Erst dann bekam er die Erlaubnis
Das einzige Problem war, dass Meier vor dem Bau des Dachbodens keine Bewilligung der Zürcher Baubehörde eingeholt hatte. Erst später beantragte er eine Baugenehmigung. Zwar wurde ihm später der Bau eines Escape Rooms bewilligt, jedoch ohne Mezzanine. Die Stadt beschloss, dass er gehen musste. Auf der anderen Seite ist Meier jetzt gereist. „Es ist verrückt: Von außen hat sich am Gebäude nichts verändert, und drinnen habe ich nur mehr als fünf Meter Luft und Vakuum ausgenutzt. Warum sollten sich die Behörden dagegen wehren?“
Der Grund ist die Zoneneinteilung. Gemäss dem Baubewilligungsamt der Stadt Zürich sind auf dem Areal des Meier-Miethauses nur sechs Vollgeschosse sowie ein Rechen- und Untergeschoss erlaubt. Daher übersteigt Meiers zusätzliche Zwischengeschoss die zulässige Anzahl von Pflanzen.
Meier sieht das allerdings anders: „Unter unserem Escape Room gibt es keinen Keller, daher stimmt die maximale Stockwerkszahl des Gebäudes auch mit dieser Zwischenetage und widerspricht nicht dem Gesetz des ‚Bauens‘, ist er überzeugt.
“Natürlich wussten wir, dass es Regeln gibt”
Dass ein solcher Schlag eines Tages solche Probleme verursachen könnte, war nie zu erwarten, sagt Meier. Vor allem, weil es vorher gemeldet wurde. „Der damalige Bezirksbaumeister hat uns nie darauf hingewiesen, dass keine zusätzliche Mezzanine erlaubt war“, sagt Meier.
Und auch von seiner Besitzerin Coop Immobilien fühlt er sich verraten. „Dort wurde mir gesagt, dass ein Zwischengeschoss kein Problem wäre.“ Coop Immobilien sagt auf Nachfrage, man versuche Mietern nur dann entgegenzukommen, wenn sie umziehen wollen. “Mieter sind jedoch verpflichtet, die erforderlichen Genehmigungen bei den zuständigen Behörden einzuholen.”
Bei Meier ist es schockierend, dass zwei Mieter desselben Gebäudes Zwischengeschosse einbauen können. “Warum ich mich plötzlich anders entschieden habe, ist mir ein Rätsel.”
Auf Anfrage von Blick wollte sich die Stadt Zürich zu Meiers Vorwürfen nicht äussern. «Die Stadt Zürich kommentiert einen laufenden Aufruf nicht», sagt Lucas Bally, Kommunikationschef des Baudepartements.
4000 Menschen haben ihre Petition bereits unterschrieben
Entscheidet das Berufungsgericht des Baus gegen Meier, bedeutet das für ihn den Ruin. „Das Entfernen des Dachbodens ist technisch unmöglich, ohne den ‚Da Vinci Code‘-Raum abzureißen.“ Und ohne diesen Raum wäre der ganze Escape Room nicht rentabel.
Im Falle eines Abrisses sollte gleichzeitig ein zweiter Raum abgerissen werden, da dessen Belüftung an die des „Da Vinci Code“-Raums gekoppelt ist. Alle elektrischen Kabel, die zur Steuerung der Räume benötigt werden, verlaufen ebenfalls durch das Zwischengeschoss. „Alles neu anzuschließen ist zu teuer“, bringt Meier seine Misere auf den Punkt.
Das Urteil des Berufungsgerichts des Gebäudes wird für Ende Juli erwartet. Bis dahin hält das Zittern bei Silvio und Julia Meier an.