Silvio Panizza, Luzerner Urfasnächtler, ist verstorben


„Wikipedia des Karnevals“

Silvio Panizza, Luzerner Urfasnächtler, ist verstorben

Der Luzerner Urfasnächtler und Fasnachtsexperte Silvio Panizza ist nach langer Krankheit am Montag im Alter von 80 Jahren gestorben. Unter anderem war Silvio Panizza fast 50 Jahre lang Mitglied der «Zunft zu Safran», einem Original aus der Stadt Luzern, und gab «De rüüdig Fasnachtsfüerer» heraus.

«Das ist eine traurige Nachricht für die ganze Fasnacht», sagte Genosse Röbi Marty, Präsident der «Vereinigten Guuggenmusigen Luzern» gegenüber PilatusToday. Aber Silvio „Jimmy“ Panizza hat bei den „rüüdig Fasnachtsfürer“ etwas Wunderbares hinterlassen.

Von 1972 bis 2020 veröffentlichte Silvio Panizza alljährlich «De rüüdig Fasnachtsfürer»: ein knapp 100-seitiges Heft mit rund 600 Terminen zu den Fasnachtsveranstaltungen der Zentralschweiz, sowie geschriebene und selbst recherchierte Artikel über die Fasnacht.

Silvio Panizza im Element: Der Karneval war ihm ganz nah. 2013 legte er zum Beispiel Wert auf Karnevalsdekoration in Restaurants.

Video: Tele 1 Archiv (2013)

“Viele Geschichten gehen endlos verloren”

Silvio Panizza war 365 Tage im Jahr unermüdlich für die Fasnacht unterwegs. Martin sagt:

„Was verloren geht, ist eine Art Karnevals-Wikipedia. Silvio wusste viel über Karneval. Wenn du etwas wissen willst, kannst du ihn fragen“.

Was bleibt, sind endlose Geschichten, Silvio Panizza als Mensch und sein Sinn für Humor. Er war noch auf dem Weg ins hohe Alter, genoss und feierte seine Zeit.

„Die rüüdig Fasnachtsfürer“ bleibt

Vor Weihnachten 2021 verschenkte Silvio Panizza den „rüüdig Fasnachtsfürer“ an die „Vereinigten“. „Wir werden in seinem Sinne weitermachen“, sagt Präsident Röbi Marty. Deshalb wurde ein Verein gegründet.

Auch in seinen letzten Tagen trug Silvio Panizza den Karneval ins Herz. „Sie hat ihn unterstützt und ihm geholfen“, sagt Marty. Silvio werde unvergessen bleiben und „der Himmel hat jetzt einen sehr guten Karneval“. (rot.)

Silvio Panizza vor der bemalten Fassade des Restaurants Fritschi.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. Februar 2017)

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