Seit dem Spritpreisboom im Land tanken viele Österreicher in Ungarn, dort ist es günstiger. Ab Freitag ist das allerdings Geschichte.
Die ungarische Regierung unter Führung von Ministerpräsident Viktor Orban hat beschlossen, den sogenannten „Benzintourismus“ ab Freitag zu stoppen. Damit können nur noch Fahrzeuge mit ungarischer Zulassung Benzin oder Diesel zum wirtschaftlichen Einheitspreis von 480 Gulden (1,24 Euro) pro Liter tanken. Das teilte der ungarische Bundeskanzler Gergely Gulyas am Donnerstag mit.
„Missbrauch muss abgeschafft werden“
Laut Gulyas ist der Benzinpreis in Ungarn der niedrigste im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, was zu sichtbarem Kraftstofftourismus an Tankstellen in Grenzregionen geführt hat. Die Maßnahme sei eingeführt worden, um “Missbräuche abzuschaffen”, sagte der Minister. Allerdings dürfte Österreichs Nachbar mit dieser Maßnahme gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz der EU verstoßen.
Während in Österreich ein Liter Benzin derzeit zwischen 1,80 und 2 Euro kostet, darf ein Liter Benzin in Ungarn dank der von der Gemeinde festgelegten Höchstgrenze maximal 480 Gulden, umgerechnet etwa 1,24 Euro, kosten. Im Vergleich zu Österreich können Sie durch die Befüllung des Pfandes problemlos zwischen 30 und 40 Euro sparen (je nach Höhe des Pfandes).
Slowenien als guter Rat?
In einem anderen Nachbarland, Österreich, Slowenien. Die Kraftstoffpreise wurden am 11. Mai begrenzt. Seitdem darf ein Liter Benzin an Tankstellen maximal 1,56 Euro kosten, Diesel 1.668. Limitpreise sollen für drei Monate gelten, also bis zum 10. August.
Ungarn führt auch neue Verbrauchssteuern für bestimmte Sektoren ein. Betroffen seien Banken, Versicherungen, Energieunternehmen, Handelsketten, Telekommunikationsunternehmen, Fluggesellschaften, Pharmaunternehmen und die Werbebranche, sagte Wirtschaftsentwicklungsminister Marton Nagy am Donnerstag.
Die oben genannten Industrien würden “zusätzliche Gewinne” generieren, fügte der Minister hinzu. Verbrauchssteuern sollten in diesem und im nächsten Jahr gezahlt werden. Die Orban-Regierung rechnet damit mit Einnahmen in Höhe von 800 Milliarden Gulden (2,1 Milliarden Euro). Allein auf die Banken entfielen 300 Milliarden Gulden.
Nav-Compte nico Time27.05.2022, 05:50 | Akt: 27.05.2022, 05:50