Skelette im Eis: Werden die schmelzenden Walliser Gletscher diese 23 Vermissten bald befreien?

Veröffentlicht am 11. August 2022, 10:57

Skelette im Eis: Werden die schmelzenden Walliser Gletscher diese 23 Vermissten bald befreien?

Auf den Walliser Gletschern werden durchschnittlich zwei Leichen pro Jahr gefunden. Der Wert wurde bereits 2022 erreicht.

1 / 23 Patrick D., belgischer Staatsangehöriger, geboren am 4. Oktober 1959, wurde zuletzt am 22. Juli 2021 vor seinem Zweitwohnsitz in Savièse gesehen.

Sein Fahrzeug wurde am 26. Juli 2021 auf dem Parkplatz von Ferpècle (Gemeinde Evolène) gefunden. Vermutlich war die vermisste Person auf einer Wanderung. Trotz mehrfacher Suche im Val d’Hérens wurde Patrick D. noch nicht gefunden. Signalisierung: 182 cm groß, schlank gebaut, helle Hautfarbe, graue Haare, braune Augen, keine Angaben zur Kleidung.

Kantonspolizei Wallis (Tel. Auskunft: 027 326 56 56) Roland D. wird seit dem 16. August 2021 vermisst.

Am Montag, den 16. August 2021 in die Gegend von Champex gefahren, um Beeren zu pflücken. Er kehrte gegen Mittag nicht wie geplant nach Hause zurück. Sein Fahrzeug wurde nun auf der Forststraße gefunden, die ins „Val d’Arpette“ führt. Beschilderung: Roland D., 90 Jahre alt, 180 cm groß und schlank gebaut. Er hat blondes Haar (Stirn). Seine Augenfarbe ist blau. Er trägt eine beige Jacke, ein kariertes Hemd, eine dunkle Hose und Turnschuhe.

Kantonspolizei Wallis (Telefon für Rückfragen: 027 326 56 56) Julio R., geboren am 23. September 1952, wurde zuletzt am 18. Juli 2021 in seinem Ferienort Ornans (F) gesehen.

Er leidet an der beginnenden Alzheimer-Krankheit. Es besteht die Möglichkeit, dass die vermisste Person in die Schweiz, in die Region, in der sie lebte, zurückkehren wollte. Sie werden wahrscheinlich öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Beschreibung: Ungefähr 170 cm groß, schlank, helle Haut, trägt eine Brille, kurze graue Haare, trägt ein dunkelblaues T-Shirt mit der uruguayischen Flagge, braune und schwarze Halbschuhe und eine Uhr am linken Arm. Gliedmaßen mit Leichtigkeit. Er spricht Spanisch und Französisch (mit spanischem Akzent).

Kantonspolizei Wallis (Telefon für Auskünfte: 027 326 56 56)

  • Im Kanton Wallis wurden in den letzten Tagen zwei Skelette und ein Flugzeug in den Gletschern gefunden.

  • Der Kapo glaubt, dass im schmelzenden Eis weitere menschliche Überreste gefunden werden könnten.

  • Im Kanton Wallis werden derzeit 23 Personen mit einer fehlenden öffentlichen Meldung gesucht.

  • Insgesamt gelten 300 Menschen als vermisst.

Das Schmelzen der Gletscher bringt immer mehr Verborgenes im Kanton Wallis ans Licht: ein Flugzeug, das auf dem Aletschgletscher abgestürzt ist, ein menschliches Skelett auf dem Chessjen und ein weiteres auf dem Stockji-Gletscher. Die formelle Identifizierung steht noch aus.

«Wir können sagen, dass in den letzten zehn Jahren durchschnittlich zwei Leichen pro Jahr in den Gletschern gefunden wurden», sagt Adrienne Bellwald, Leiterin Kommunikation der Kantonspolizei Wallis, auf Anfrage von 20 Minutes. Damit ist der Jahresdurchschnitt bereits erreicht.

Kapo Wallis führt auf seiner Website eine Liste der im Kanton vermissten Personen. 1985 datiert und umfasst 23 Personen. Mindestens neun von ihnen sind nie von Wanderungen oder Bergtouren zurückgekehrt (siehe Fotogalerie). Unter ihnen zum Beispiel der Belgier Patrick D., der seit Juli 2021 im Val d’Hérens vermisst wird. Oder der Deutsche Manfred S., der ins Wallis gereist ist, um Ausflüge in die Region Belalp-Foggenhorn, Lötschentaler Höhenweg und das Bietschtal zu machen -Jolitalbereich.

Es ist auch möglich, dass das Rätsel um Matthew Nisly gelöst wird. Der damals 20-jährige Schweizer-Amerikaner mit Doppelbürgerschaft aus Frauenfeld verließ 2015 für einen Spaziergang die Wohnung seiner Grosseltern in Brig, kehrte aber nie zurück. Von der Japanerin Junko Sato, die Mitte September 2000 eine Bergwanderung in Zermatt unternahm, fehlt seither jede Spur.

Was geben Gletscher wieder frei?

Die Liste ist jedoch noch lange nicht vollständig. Tatsächlich gibt es im gesamten Kanton Wallis rund 300 Vermisste, unter denen sich bekannte Persönlichkeiten wie Karl-Erivan Haub, der Chef des Multimillionärsunternehmens Tengelmann, hervorheben. Warum erscheinen nicht alle vermissten Personen auf der Website? „Das geschieht mit Rücksprache mit den Angehörigen und nur, wenn diese ihr Einverständnis geben“, erklärt Bellwald.

Werden einige Vermisste bald von den Gletschern befreit, von denen sie nie zurückgekehrt sind? Wie Bellwald sagt, ist es durchaus möglich, dass weitere Vermisste auftauchen. Gletscherforscher Matthias Huss stellte im Juni fest, dass die Schweizer Gletscher dieses Jahr besonders stark schmelzen könnten.

Angesichts der Aussicht, die seit Jahren offenen Vermisstenfälle abschließen zu können, sind die Gedanken der Polizei bei den Angehörigen der Vermissten. „Vielleicht warten Sie schon seit Jahren darauf, ein Familienmitglied zu finden“, sagt Bellwald. Es kann auch vorkommen, dass sich Familien melden und erneut nachfragen. Trotz der beiden Skelettfunde stellt die Polizei derzeit keine Zunahme der Ermittlungen fest.

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