Selten war die Stimmung in der Skifamilie so schlecht wie in diesen Tagen. Da der Rennplan für den nächsten Winter vom Weltcup-Komitee als unangemessen bewertet und an den FIS-Rat zurückgegeben wurde, sind sich die Mannschaftskapitäne der Planung nicht sicher. Zudem befürchten die Vertreter der wichtigsten Alpennationen, dass sie von FIS-Präsident Johan Eliasch (60) durch den zentralen Marketingplan des Weltcups komplett enteignet werden!
Die Schweizer Delegation befürchtet, dass der britisch-schwedische Milliardär neben der eleganten Walliser Stadt Crans-Montana, der bayerischen Stadt Garmisch-Partenkirchen, der norwegischen Gemeinde Narvik und dem andorranischen Wintersportort auch die Alpen-WM 2027 anführen könnte von Soldeu kämpfen ebenfalls um diese Titelkämpfe.
Andorra wählte Eliasch
Die neutralsten Beobachter sind sich einig, dass Soldeus CO, der Gastgeber des WM-Finales 2019, die schwächste Kandidatur darstellte. Einige Experten glauben jedoch, dass Eliasch aus Dankbarkeit für seine Unterstützung bei den FIS-Präsidentschaftswahlen für Andorraner werben wird.
Tatsache ist, dass Andorra im vergangenen Sommer für Eliasch gestimmt hat, anders als die Schweiz, Deutschland und Norwegen. Wird es am Mittwoch wirklich einen Präsidentenstreitwagen geben? „Letzten Oktober durfte ich anlässlich des Starts des Weltcups in Sölden ein langes Gespräch mit dem Präsidenten der FIS führen“, sagt Crans-Montana-Vizepräsident Hugo Steinegger. „Herr Eliasch war damals sehr nett zu mir und hat mir auch versichert, dass er sich bei der Vergabe der WM neutral verhalten wird. Jetzt hoffe ich, dass er sein Wort hält.”
Entscheidung vom Mittwoch
Aber Steinegger weiß nur zu gut, dass man vor dieser Wahl niemandem trauen kann. «Hätten vor einem Jahr bei der Wahl zum FIS-Präsidenten alle ihr Wort gehalten, hätte Urs Lehmann mehr Stimmen bekommen», sagt der Berner. Am Mittwochabend fällt die Entscheidung, ob Crans-Montana zum zweiten Mal seit 1987 in fünf Jahren eine Weltmeisterschaft ausrichten kann. Am Donnerstag steht die Neuwahl des Präsidenten auf der Tagesordnung.
Strafanzeigen gegen Elia
Pikant: Eliasch drohen nach dem FIS-Kongress Probleme im Raum. Christian Pirzer, Vorstand der FIS-Marketing AG, bestätigt gegenüber der Bild: „Ich habe Strafanzeige gegen Johan Eliasch wegen Verleumdung gestellt.“ Eliasch soll Pirzer Betrug vorgeworfen haben, was der Deutsche nicht wahrhaben will. Ob diese Strafanzeige Eliasch sogar die höchste Position im Internationalen Skiverband kosten wird, bleibt abzuwarten. Dann steht in Mailand die Wahl des Präsidenten an der Tagesordnung. Da es derzeit keine Gegenkandidaten gibt, stehen die Chancen gut, dass die ehemalige Hollywood-Star-Liebhaberin Sharon Stone (64) für weitere vier Jahre gewählt wird.