Fidschi nimmt einen Oligarchen-Vorgesetzten fest
Die Behörden von Fidschi haben nach Angaben des US-Justizministeriums einen Überschuss von 300 Millionen US-Dollar beschlagnahmt. Die „Amadea“ soll dem russischen Oligarchen Suleiman Kerimov gehören.
05.06.2022
Auch Sanktionen gegen russische Oligarchen richten sich gegen deren wertvolle Superyachten. Mit Hilfe eines Tricks verschwinden die riesigen Schiffe jedoch schnell vom Radar der Behörden.
Mitte Mai sperrte die Schweiz im Rahmen der beschlossenen Sanktionen russische Gelder im Wert von 6,3 Milliarden Franken: Bisher hat die EU Vermögenswerte bis umgerechnet 10 Milliarden Franken gesperrt.
Der Wert von rund 2,4 Milliarden Franken resultiert allein aus den beschlagnahmten Superyachten, berichtet das Nachrichtenmagazin «Spiegel». Und die EU-Kommission will künftig noch tiefer in die Taschen der betroffenen russischen Oligarchen greifen. Auf diese Weise soll ihr Eigentum enteignet werden können, wenn sie die beschlossenen Sanktionen unterlaufen.
Dennoch, oder gerade deshalb, beweisen einige von Putins sanktionierten Untergebenen Erfindungsreichtum, wenn sie ihr schwebendes Vermögen vor der Beschlagnahme retten wollen. Wie der britische „Observer“ recherchiert, schalten einige Eigner das sogenannte „Automatic Identification System“ (AIS), durch das sich Yachten ab einer bestimmten Größe orten lassen, kurzerhand ab. Demnach müssen alle Schiffe mit mehr als 300 Bruttoregistertonnen mit dem System ausgestattet sein: Eigner müssen es bei Seeüberfahrten und an Ankerplätzen aktivieren.
Das Besatzungsmitglied einer der fraglichen Yachten sagte der britischen Sonntagszeitung, man sei angewiesen worden, das AIS zu deaktivieren. „Das haben wir auch gemacht und dabei auch noch den Schalter am Gerät abgeschraubt“, so das Crew-Mitglied.
Es heißt, dass 10 Prozent der Superyachten Russen gehören
Laut Observer sind mit dieser einfachen Maßnahme mindestens drei Yachten von der Bildfläche verschwunden. Es soll sich um die 72 Meter lange Yacht „Clio“ von Oleg Deripaska handeln, dem Hauptaktionär des russischen Aluminiumkonzerns Rusal. Dazu gehören auch die 70-Meter-Yacht „Galactica Super Nova“ des ehemaligen Präsidenten der Ölgesellschaft Lukoil Vagit Alekperov sowie die 140-Meter-Yacht „Ocean Victory“ von Viktor Rashnikov, dem Mehrheitseigentümer des Stahlunternehmens. Eisenwarengeschäft Magnitogorsk.
Dem Bericht zufolge sind inzwischen fünf Yachten im Besitz von Oligarchen in Häfen der Malediven gelandet. Grund dafür ist, dass es keinen Vertrag gibt, der die Lieferung von Schiffen in die USA vorsieht.
Rund 9300 Superyachten im Wert von über 60 Millionen Franken befahren nach Angaben der Schiffbauindustrie derzeit die Weltmeere, berichtet der Observer. Es wird geschätzt, dass 10 Prozent dieser Schiffe im Besitz von Russen sind.
Die Superyacht eines russischen Eigners liegt im April 2022 in einem Hafen auf Fidschi vor Anker. (Symbolbild)
Bild: Schlussstein