Von Isabel Pfannenküche und Michael Sauerbier
Ohne das gefürchtete Flughafen-Chaos starteten die Berliner am Donnerstag in den Urlaub vom BER. Aber am Freitag werden 10.000 Passagiere mehr fliegen.
Keine Warteschlangen, kein Gedränge, keine verzweifelten Gesichter: Wer am Donnerstag aus Schönefeld in den Urlaub flog, fand insgesamt 134 freundliche Helfer vor, die normalerweise in der Verwaltung arbeiten.
BER-Assistenten erklärten älteren Passagieren geduldig die neuen Self-Check-in-Automaten, zeigten ihnen den Weg zur Gepäckabholung und Sicherheitskontrolle mit kürzester Wartezeit. “Man musste durchschnittlich 15 Minuten, maximal 25 Minuten dort sein”, sagte Flughafensprecherin Sabine Deckwerth der BZ, “es gab nirgendwo Probleme.”
Viele Passagiere hatten Schlimmeres befürchtet.
Wie Viola W. (40) mit ihrer Familie Kasel-Golzig: „Wir waren schon vier Stunden zuvor.“
Uwe (45), Leon (10), Viola (40) und Max (13) mit Jan (49), Marlen (44) und Lilly (15) S. de Kasel-Golzig (von rechts nach links) wollen nach Kalifornien : „Wir waren schon vier Stunden hier, weil der Online-Check-in nicht funktioniert hat. Aber jetzt haben wir noch Zeit für ein Bier.“ Foto: Olaf Selchow
Einziger Wermutstropfen: Die Airlines strichen fünf Abflüge, vor allem innerhalb Deutschlands. Der Grund: Personalmangel. Vier Flugzeuge hatten Verspätung. Ein Bruchteil der über 200 startet am BER.
Aber: Wird der Freitag so entspannt wie der erste Urlaubstag? Am Donnerstag fertigte der BER knapp 70.000 Passagiere ab. “Wir erwarten am Freitag 80.000”, sagte Sprecherin Deckwerth, “das wird der verkehrsreichste Tag der Sommerferien.”
Es hängt alles vom Personalstand ab. Deckwerth: „Mittwochs und donnerstags hatten wir einen niedrigen Tiefstkurs. Das kann sich am Freitag zum Beispiel aufgrund von Kronenfällen schnell ändern. Garantieren können wir nichts.“
Redo D. (53) aus Mitte und Martin S. (39) aus Dahlem fliegen nach München und nehmen von dort den Bus nach Tirol. Sie sagen: „Das Einchecken ging sehr schnell. Eigentlich hatten wir aufgrund der Sommerferien Schlimmeres erwartet.“ Foto: Olaf Selchow
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich zunächst online registrieren. Bei Lufthansa, Easyjet und Eurowings können Sie Ihr Gepäck bereits am Vortag aufgeben.
Und: vier, fünf oder sechs Stunden vorher da zu sein, macht keinen Sinn. Zweieinhalb Stunden reichen. Jeder, der morgens um 6 Uhr fliegt, sollte wissen: Der BER öffnet erst um 3:30 Uhr seine Pforten.