Russland führt die Söldnerstatistik an
So viele Schweizer müssten im Krieg in der Ukraine kämpfen
55 Schweizer sollen bisher für die Ukraine gegen Russland gekämpft haben. Das teilt der russische Staat mit. Die Bundesregierung kann diese Zahlen nicht bestätigen. Aber: Bisher läuft ein Verfahren gegen sechs Schweizer wegen Militäreinsätzen für eine ausländische Armee.
Gepostet: vor 40 Minuten
Das sind Zahlen, die man in der Kriegshetze niemals sehen kann. Und sie sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie kommen aus einer Kriegspartei, die wie alle anderen ein Interesse daran hat, die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Tatsache ist, dass das russische Verteidigungsministerium auf seinem Telegram-Kanal Statistiken über echte Söldner veröffentlicht hat. Insgesamt 6956 Ausländer sollen am Freitag im Ukrainekrieg gegen Russland gekämpft haben.
Russland überrascht mit sehr detaillierten Zahlen
Die Zahlen sind sehr detailliert. Auf der Liste stehen insgesamt 1.831 polnische Staatsbürger, von denen 1.181 noch kämpfen. Bisher waren es insgesamt 504 Rumänen, von denen noch 304 registriert sind. 422 Briten traten ebenfalls in den Krieg ein. 226 kämpfen demnach bis heute.
I: Das russische Verteidigungsministerium listet auch 55 Schweizer Staatsangehörige auf. 15 von ihnen sollen inzwischen gestorben sein, 18 waren aus der Ukraine zurückgekehrt. Derzeit sind 22 Schweizer Söldner im Land. Es ist jedoch noch nicht klar, woher der russische Staat diese detaillierten Informationen haben möchte.
Gegen sechs Schweizer wurde eine Klage eingereicht
Die Schweizer Armee kann diese Zahlen jedenfalls nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. «Die Schweizer Armee erhebt keine Daten oder Statistiken zu den von Ihnen angesprochenen Problemen», sagte Armeesprecher Daniel Reist. Bislang ist keine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes eingegangen.
Der Schweizer Militärjustiz sind jedoch sechs Schweizer bekannt, die in der Ukraine Militärdienst geleistet haben sollen, bestätigte Mediensprecher Georg Fritz gegenüber Blick. “Gegen die sechs Personen wurde ein Verfahren eingeleitet.”
Die Armee hat die Rekrutierungsversuche bereits bestätigt
Tatsache ist, dass die Internationale Territorialverteidigungslegion der Ukraine die Schweizer bereits per E-Mail ausdrücklich aufgefordert hat, sich am Krieg zu beteiligen. Es ist eine Freiwilligenarmee, die ausschließlich aus Ausländern besteht. Es wurde auf Wunsch von Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) geschaffen, um die russischen Invasoren zu bekämpfen.
Bereits Mitte März berichteten Medien, dass sich bereits 30 Personen aus der Schweiz der Freiwilligenarmee angeschlossen hätten. Auch der Heeresschutzdienst berichtete damals, dass Angehörige der Armee Material wie Gasmasken oder Verbandsmaterial angefordert hätten. Diese Anträge müssen abgelehnt und gemeldet werden.
Gleichzeitig sollten Vorgesetzte darauf hinweisen, dass Militäreinsätze fremder Armeen strafbar sind. Wenn Sie bemerken, dass ein Soldat Anzeichen dafür zeigt, dass er erwägt, sich der Freiwilligenarmee anzuschließen, sollten Sie dies mit dem Armeestab besprechen.