Sofia besteht auf einem Veto gegen EU-Gespräche mit Nordmazedonien

Bulgarien beharrt auf seinen Voraussetzungen für die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen mit Nordmazedonien. Dazu sollte die EU sicherstellen, dass die in Nordmazedonien lebenden Bulgaren in die Verfassung aufgenommen werden, damit ihre Rechte geachtet werden, sagte der bulgarische Ministerpräsident Kiril Petkov heute nach Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Sofia.

Scholz glaubt an “Chancen für den Fortschritt”

Wie zuvor in Skopje hat sich Scholz auch in Sofia für den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien eingesetzt. Er zeigte aber auch Verständnis für die Schwierigkeiten, einen Kompromiss zu finden. “Diese Dinge kann man nicht verordnen, sie müssen gemeinsam erreicht werden”, sagte er. „Ich denke, es gibt Chancen für Fortschritte“, forderte Scholz die Überwindung historischer Differenzen.

Bulgarien hat den Beginn von EU-Gesprächen mit Nordmazedonien seit Ende 2020 wegen eines Streits um die Geschichtsschreibung und die Rechte der bulgarischen Minderheit in Nordmazedonien blockiert. Das Veto betrifft auch den Beginn der EU-Gespräche mit Albanien.

Sofia: „Die EU muss Teil der Garantie sein“

„Die EU muss Teil der Garantie sein, damit wir Schritte nach vorne machen können“, sagte Petkov. Er forderte auch die Einhaltung eines bilateralen Freundschaftsvertrags von 2017 und die Berücksichtigung eines bulgarischen Rahmendokuments von 2019.

Scholz hatte vor seinem Besuch in Sofia dem nordmazedonischen Ministerpräsidenten Dimitar Kovacevski seine Unterstützung auf dem Weg in die EU in Skopje zugesagt. „Die vor zwei Jahren fest versprochenen Beitrittsverhandlungen müssen jetzt beginnen. Dafür werde ich mich jedenfalls einsetzen“, sagte die Kanzlerin. “Mein Wunsch: Es sollte jetzt funktionieren.”

Nordmazedonien drängt darauf, dass die EU der Aufnahme von Beitrittsgesprächen auf ihrem Gipfel am 23. und 24. Juni zustimmt.

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