Deutschland kritisiert Sanktionen
AfD-Chef Chrupalla erwartet noch in diesem Jahr mehr Zustimmung für den Russland-Kurs seiner Partei
Stand: 17.07.2022 | Lesezeit: 2 Minuten
Tino Chrupalla rechnet Ende des Jahres mit mehr Zuspruch für seine Partei
Quelle: Sebastian Kahnert / dpa
AfD-Chef Tino Chrupalla ist zuversichtlich: Sobald die Heizkostenabrechnungen vorliegen, werden die Deutschen Sanktionen gegen Russland nicht mehr zulassen. Im ARD-Sommerinterview beantwortet er auch die Frage, wer den Krieg in der Ukraine gewinnen soll.
Aufgrund steigender Energiepreise erwartet die AfD im Herbst mehr Unterstützung für ihre Forderung nach einem Ende der Sanktionen gegen Russland. Der Vorsitzende Ihrer Partei und Fraktion, Tino Chrupalla, sagte am Sonntag im ARD-Sommerinterview, in den Monaten November und Dezember, wenn Bürger und Unternehmen ihre Heizkostenabrechnungen erhalten, „dann werden wir sehen, wie die Zustimmung zu diesen Sanktionen folgt “.
Seit Juni hat das russische Energieunternehmen Gazprom die Gaslieferungen durch die Nord Stream 1-Pipeline in die Ostsee erheblich reduziert, unter Berufung auf eine fehlende Turbine, die in Kanada gewartet wurde. Aufgrund der Sanktionen infolge des Ukrainekrieges weigerte sich Kanada zunächst, die Turbine an Russland zurückzugeben, entschied sich aber später für die Übergabe an Deutschland.
Seit vergangenem Montag hat Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten die Gaslieferung eingestellt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 21. Juli. Mehrere westliche Politiker äußerten sich skeptisch, ob Russland später wieder Gas liefern werde. Die Bundesregierung versucht, unabhängiger von russischen Energieimporten zu werden.
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Auf die Frage, wie Russlands Präsident Wladimir Putin dazu gebracht werden solle, mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj beispielsweise über einen Waffenstillstand zu verhandeln, antwortete der AfD-Chef: „Auch die Nordamerikaner weigern sich, mit den Russen an einen Tisch zu sitzen, um sie zu setzen , und da gehören sie hin. Es ist nicht nur die Aufgabe von Selenskyj, sich mit Russland zu befassen, sondern auch mit den Amerikanern, die in diesem Konflikt eine wichtige Rolle spielen. Deutschland soll als “neutraler Vermittler” auftreten.
Die Bundesregierung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Ukraine ein souveräner Staat ist, der selbst über ein Abkommen mit Russland entscheiden muss. Es sollte keinen von Russland diktierten Frieden geben.
Neben den Fragen des Moderators beantwortete Chrupalla auch öffentliche Fragen zur ARD. Auf die Frage „Wer soll den Krieg gewinnen, die Ukraine oder Russland?“ wurde zum Beispiel „Keiner“ geantwortet.