Steigende Baustoffpreise und verschärfte Kreditvergaberichtlinien lassen derzeit viele Häuslebauer verzweifeln.
Schlaflose Nächte für Bauherren in Österreich: Die Zinsen steigen! Vielen Menschen, die sich vor der Krise auf einen variablen Zinssatz geeinigt und diesen bei der Bank unterzeichnet haben, geht die Lust aus. Denn: Die monatliche Gebühr, die Sie der Bank zahlen müssen, ist plötzlich viel höher, als Sie sich leisten können.
der Zins steigt
Wie berichtet, hat die EZB nach fast einem Jahrzehnt Nullzinspolitik erst im Juli den Leitzins auf 0,5 Prozent angehoben (zum Vergleich: 2008 waren es 4,25 Prozent, 2014 ab 0,05 Prozent, nach null Prozent). Ein Blick nach Amerika zeigt, was uns in Europa noch bevorsteht. Die US-Notenbank hat die Zinsen von 0,25 % im Jahr 2020 auf 2,5 % angehoben. Experten rechnen trotz drohender Rezession mit weiteren Zuwächsen.
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„Plötzlich fehlen uns 40.000 Euro“
Ein weiteres Problem sind die massiv gestiegenen Rohstoffkosten. „Wir sind gerade im Vollbau. Und plötzlich fehlen uns 40.000 Euro“, sagt ein 41-Jähriger aus dem Kreis Tulln. Der Grund: Die damalige Kostenschätzung für die Kreditvergabe stimmt aufgrund deutlich teurerer Baumaterialien nicht mehr. „Wir werden sehen, dass wir so weit wie möglich kommen, vieles selbst machen und dann sehen wir weiter“, sagte der zerknirschte österreichische Bass bei „Today“.
Er ist nicht der Einzige, der sich derzeit Gedanken über die Zukunft macht. Auch Menschen, deren großer Traum vom eigenen Haus noch in der Planungsphase steckt, könnten Tausende von Euro verlieren. Warum: Banken werden bei der Kreditvergabe immer strenger.
Neue Kreditvergaberichtlinien
Um Geld von der Bank zu bekommen, um ein Haus zu bauen oder eine Immobilie zu kaufen, braucht man ab dem 1. August eigene Mittel, die 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen; mehr Informationen dazu hier. Laut Nationalbank verfügt etwa ein Fünftel der Betroffenen – insbesondere junge Familien – nicht über dieses Vermögen, berichtet der „Wirtschaftspressedienst“.
Auch die Laufzeit wird stark verkürzt, was automatisch höhere monatliche Gebühren bedeutet. I: Der monatliche Beitrag darf künftig nicht mehr als 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens betragen. Für viele heißt das: kein Kredit, kein Bau!
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Besonders bitter dürfte das für Betroffene sein, die kurz davor stehen, einen Kredit aufnehmen zu wollen. „Wir haben gerade unser Projekt bei den Behörden zur Genehmigung eingereicht“, sagt ein 34-jähriger Niederösterreicher im Gespräch mit „Heute“.
200.000 Euro bereits investiert
160.000 Euro private Ersparnisse wurden für den Kauf des Grundstücks aufgewendet, 20.000 Euro für den Architekten, weitere 10.000 Euro für Immobilienvermessung und diverse Behördengebühren. “Und jetzt wissen wir nicht einmal, ob wir einen Baukredit bekommen, es ist verzweifelt”, sagte der 34-Jährige.
Nav-Account Nachtzeit31.07.2022, 07:00| Zeit: 31.07.2022, 07:00