“Souveränität” wird schwieriger: Serbien sichert sich billiges Erdgas aus Russland

“Souveräne Politik” macht es Serbien schwer, billiges Erdgas aus Russland zu bekommen

29. Mai 2022, 15:31 Uhr

Belgrad will der EU beitreten und hat sich bisher allen Sanktionen der internationalen Gemeinschaft gegen Moskau entzogen. In einem Telefonat mit Kremlchef Putin verlängerte Präsident Vicic den Gasliefervertrag zu noch nie dagewesenen Konditionen. Gleichzeitig kündigte er auf Druck des Westens das Ende der “souveränen Politik” an.

Serbien erhält weiterhin günstig Erdgas aus Russland. Darauf einigten sich Präsident Aleksandar Vucic und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin in einem Telefonat. Laut Kreml sollen die Lieferungen fortgesetzt werden. Vucic erklärte zudem, man habe sich darauf geeinigt, dass die Laufzeit des neuen Vertrages drei Jahre und nicht wie bisher wenige Monate betragen soll.

Der russische Präsident Putin verlieh dem serbischen Präsidenten Vukts Anfang 2019 den Newski-Orden.

(Foto: Bild Allianz / dpa)

Serbien ist stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Am Dienstag läuft der seit Anfang Dezember 2021 geltende russisch-serbische Liefervertrag aus, der Serbien bislang den zweitniedrigsten Gaspreis in Europa nach Weißrussland beschert hat. Auch der Preis werde im neuen Vertrag “extrem günstig” ausfallen, sagte Vucic laut serbischen Medien. In wenigen Tagen soll es einen neuen Vertrag mit dem russischen Unternehmen Gazprom geben.

Vucic ist der Putin-freundlicheste Führer auf dem Westbalkan. Aber er ist gefangen in einer Dichotomie zwischen Russland und dem Westen. Obwohl Serbien über eine EU-Mitgliedschaft verhandelt, weigert sich die Regierung, sich den EU-Sanktionen gegen Russland anzuschließen. Serbien hat gerade für eine UN-Resolution gestimmt, die Russlands Angriff auf die Ukraine verurteilt, sieht aber keine Sanktionen vor. In den letzten Wochen wurde der Druck der USA und der EU auf Serbien erhöht, seine Politik gegenüber Russland zu ändern.

Zum westlichen Druck sagte Vucic: “Es ist nicht leicht zu sagen, wie lange er in der Lage sein wird, eine souveräne und unabhängige Politik zu verfolgen.” Im Gespräch mit Putin teilte er auch den Wunsch Serbiens mit, den Krieg in der Ukraine bald zu beenden.

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