SPD-Chef Lars Klingbeil warnt Mineralölkonzerne: Kriegssteuer „berücksichtigungswürdig“

Grüne und Linke plädieren für eine Überschusssteuer

Die Linkspartei fordert seit langem eine Gewinnsteuer. Auch die Grünen sind dafür offen.

Wird geladen …

Einfügung

Wenn Konzerne in einer Situation, in der die Menschen bereits unter extrem hohen Preisen litten, ihre Marktmacht nutzten, um die Gewinne weiter zu steigern, sei das ein Problem, sagte Grünen-Chefin Katharina Dröge der Nachrichtenagentur Deutschland. „Wenn Energiekonzerne in dieser Krise überhöhte Gewinne erzielen, muss über die sogenannte Überschusssteuer diskutiert werden“, sagte Dröge.

Auch Grünen-Chefin Ricarda Lang hat sich dem Vorschlag angeschlossen und eine Gewinnsteuer gefordert. „Seit Monaten beobachten wir eine Entkopplung des Rohölpreises von den Tankstellenpreisen. Nächstes Jahr. Eine zu hohe Gewinnsteuer wäre ein logischer Schritt“, sagte Lang dem „Daily Mirror“.

SPD-Fraktionsabgeordneter fragt nach “Unmoral”

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, drängte auf strengere Gesetze. „Wir müssen uns fragen, ob bestimmte Zuwendungen nicht sittenwidrig sind“, sagte Miersch der Süddeutschen Zeitung. „Hier besteht die Gefahr, dass dauerhaft Profite zu Lasten der Verbraucher gehen.“

Miersch verwies in diesem Zusammenhang auf das Pricing Act von 1948, das immer noch in Kraft ist und auch eine öffentliche Preisfestsetzung zulässt. “Die Politik muss jetzt überlegen, welche Antworten sie neben der finanziellen Entlastung an der Wurzel des Problems hat”, sagte Miersch. Dazu gehört auch die Eliminierung sogenannter Übergewinne.

Ifo-Chef Clemens Fuest warnte davor. In der aktuellen Situation hält er nichts von Verbrauchssteuern für Mehrgewinne. „Gewinne werden besteuert. Je nach Wirtschaftslage öffnet die Einführung von Verbrauchsteuern für einzelne Branchen Willkür und Populismus Tür und Tor“, sagte er der Rheinischen Post.

Der Experte fordert einen sofortigen Stopp der Spritpreisbremse

Ölkonzerne werden wegen hoher Treibstoffpreise kritisiert. Die Senkung der Energiesteuern am Mittwoch ließ die Preise nur vorübergehend sinken. Sie waren in letzter Zeit an vielen Stellen wieder hochgeklettert. Laut ADAC ist der Preis für den Super E10 am Samstagmorgen wieder gestiegen. Diesel lag etwa auf dem Niveau des Vortages. Beide Kraftstoffe waren laut Verkehrsverein zu teuer. „Das reicht dem Verbraucher eindeutig nicht“, sagte ein ADAC-Sprecher. “Die Entwicklung geht in die völlig falsche Richtung.”

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich dafür ausgesprochen, die ab Mittwoch geltende Steuersenkung für drei Monate bis Ende August zu beenden. Viele hätten vorausgesagt, dass die Spritpreisbremse kontraproduktiv sei und vor allem in den Taschen der Ölkonzerne landen würde, schrieb der Ökonom am Samstag auf Twitter: „Was ist, wenn die Politik ihren Fehler eingesteht und die Spritpreisbremse sofort stoppt? ?”

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *