SPD und Grüne dafür: FDP-Fraktionschef lehnt überhöhte Gewinnsteuer ab

SPD und Grüne sind dafür, FDP-Fraktionschef lehnt überhöhte Gewinnsteuer ab

07.06.2022 09:52

Christian Dürr hält die von SPD, Grünen und zumindest Teilen der CDU geforderte exzessive Gewinnsteuer für “ein ganz schlechtes Instrument”. Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion lehnt die Idee ab, die Kriegsgewinne von Energiekonzernen zu ernten. Sie riskieren den Ausschluss innovativer Unternehmen.

Die FDP lehnt die sogenannte Übergewinnsteuer auf Kriegsgewinne in der Mineralölindustrie ab, wie sie von einigen ihrer Koalitionspartner SPD und Grüne diskutiert wird. „Was gut klingt, ist in Wahrheit ein ganz schlechtes Werkzeug“, sagte der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, der Bild.

“Eine Überschreitung der Gewinnsteuer wäre eine Einladung an innovative Unternehmen wie Biontech, die derzeit gut verdienen und bereits viele Steuern zahlen, unser Land zu verlassen. Das kann niemand ernsthaft wollen”, argumentierte Dürr. „Wenn wir Wachstum, Wohlstand und damit Steuereinnahmen wollen, müssen wir für moderne Unternehmen attraktiv sein und uns nicht davor scheuen.“

Er sei “überrascht, dass die Union so etwas jetzt fordert”, sagte Dürr. Jens Spahn von der CDU, Wirtschaftschef, sagte der Bild am Sonntag zur vorübergehenden Senkung der Mineralölsteuer: „Wenn Ölmultis das in die Tasche stecken, müssen sie diese Mehrgewinne ungerechtfertigt machen. Wie in Großbritannien steuerlich absetzbar.“ .

Auch die Bundesländer halten wegen der hohen Profite aus dem russischen Krieg gegen die Ukraine ein stärkeres staatliches Vorgehen gegen Energiekonzerne für erforderlich. Bei ihrem jüngsten Treffen am Donnerstag forderten die Regierungschefs von SPD-Kanzler Olaf Scholz “ordnungspolitische Maßnahmen”, um weitere Spekulationen mit Öl, Gas oder Strom zu verhindern. Das SPD-geführte Bremen hat eine Bundesratsinitiative angekündigt. Auch Grünen-Chefin Ricarda Lang hatte sich für die Steuer ausgesprochen.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *