SPÖ für die Strompreisgrenze und die aktive Rolle der ÖBAG

Die SPÖ fordert erneut eine sofortige Begrenzung der Strompreise in ganz Österreich und fordert eine aktivere Rolle des Staates bei der Versorgungssicherheit.

„Preise töten Menschen“, sagte Präsidentin Pamela Rendi-Wagner am Donnerstag bei einer Medienveranstaltung. Statt etwas dagegen zu unternehmen, übe die Bundesregierung Scheindiskussionen und unternehme „Wohlfühlreisen nach Israel oder in den Libanon“, betonte der niederösterreichische SPÖ-Landesvorsitzende Franz Schnabl.

Beispiel Frankreich


Rendi-Wagner verwies auf das Beispiel Frankreich, wo der Staat bereits in den Markt eingreife, um die Strompreise zu regulieren. „Infolgedessen hat Frankreich eine niedrigere Inflation als Österreich“, sagte er. Für Österreich hat sie grundsätzlich zwei Modelle im Sinn: „Entweder man setzt eine Preisobergrenze auf die Strompreisfestsetzung oder direkt auf die Stromrechnung des Endverbrauchers.“ Im zweiten Fall könnte durch gestaffelte Raten eine gewisse soziale Treffsicherheit erreicht werden. Als Richtwert soll ein durchschnittlicher Haushaltsstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr gelten. „Alles, was ein Haushalt verbraucht, ist nicht limitiert“, sagt Rendi-Wagner.


Unterstützung für Ludwig


Sie unterstützt die Forderung ihres Parteikollegen Michael Ludwig nach einem Preisgipfel. Der Wiener Bürgermeister stellte am Dienstag fest, dass Bund, Länder, Fraktionen, Sozialpartner, Vertreter der Europäischen Union und Experten gemeinsam über ein Anti-Inflationspaket beraten. Dieses Forum soll auch die Details der Umsetzung des Stromhöchstpreises klären, wie Rendi-Wagner erläutert.

„Wenn in Österreich ein Landeshauptmann nach dem anderen die Bundesregierung auffordert, nach Monaten endlich zu handeln, ist das nichts weiter als ein Hilferuf“, sagte der SPÖ-Präsident. „Es freut uns, dass viele Landeshauptleute der ÖVP unseren Vorschlag für eine Strompreisobergrenze angenommen haben und auch fordern. Jetzt müssen diese Landeshauptleute der ÖVP nur noch ihren eigenen Bundeskanzler der ÖVP von dieser Idee überzeugen.“ . Wie beim Corona-Krisenmanagement handle die Regierung „hilflos, entmutigt, willkürlich“ und „es ist immer zu spät“.

Nehammer muss „aus dem Bettauto steigen“


Auch Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sollte in der langfristigen Frage der Energiesicherheit aus dem Autobett steigen. Elementare Versorgungsbereiche wie Luft, Wasser und Energie „dürfen nicht in der Hand privater Unternehmen bleiben“, sagte Rendi-Wagner und forderte eine Politik der aktiven Beteiligung durch die Austria Investment Gesellschaft (ÖBAG). „Wir brauchen einen aktiven Staat, eine aktive Politik“, sagte Schnabl und verwies auf den „strategischen Auftrag“ des ÖBAG-Gesetzes. „Sie sollten mehr als eine Verwaltungsgesellschaft sein“, sagte Rendi-Wagner. Auf die Frage, ob sich die ÖBAG direkt an Flüssiggasterminals beteiligen solle, antwortete er: „Zum Beispiel.“

„Heute gibt es keinen Notfallplan für den wirklichen Notfall, falls es zu einem Gasstillstand kommt“, sagte die SPÖ-Chefin, die auch an ihren Besuch bei Bundeskanzler Olaf Scholz vor zwei Monaten in Berlin erinnerte. Über das Thema LNG sei bereits gesprochen worden und in Berlin habe er eine Beteiligung Österreichs an Flüssiggasterminals gefordert. „Der Staat muss hier Verantwortung übernehmen. Es braucht Mut und einen aktiven Staat, öffentliche Investitionen zum Schutz der Menschen zu tätigen“, sagte Rendi-Wagner.

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