Die SPÖ konnte im zweiten Wahlgang ihren Vorsprung bei den Bürgermeisterämtern weiter ausbauen. In acht der zwölf Gemeinden konnten sich SPÖ-Kandidaten durchsetzen, in drei Gemeinden gewann die ÖVP das Bürgermeisteramt und in einer Gemeinde gewann ein Listenkandidat das Rennen.
ORF/Andreas Herbst In Mörbisch siegte SPÖ-Kandidatin Bettina Zentgraf
Mörbisch hat mit Bettina Zentgraf von der SPÖ eine neue Bürgermeisterin, die sich am Sonntag in der engeren Auswahl gegen die bisherige ÖVP-Ortschefin klar durchgesetzt hat. In Rust blieb SPÖ-Bürgermeister Gerold Stagl im Amt. In Großhöflein (Kreis Eisenstadt) konnte sich ÖVP-Kandidatin Maria Zoffmann mit nur acht Stimmen Vorsprung gegen den ehemaligen SPÖ-Bürgermeister Heinz Heidenreich durchsetzen. Nach 35 Jahren wanderte das Amt des Bürgermeisters von Großhöflein von der SPÖ zur ÖVP.
ORF/Andreas Herbst In Großhöflein konnte ÖVP-Kandidat Zoffmann (hier mit ÖVP-Nationalrat Christoph Zartis und Bürgermeister Thomas Steiner) das SPÖ-Bürgermeisteramt zurückerobern
In St.. In Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See), Frankenau-Unterpullendorf (Bezirk Oberpullendorf) und Loipersdorf-Kitzladen (Bezirk Oberwart) konnten sich SPÖ-Kandidaten dagegen gegen ÖVP-Vertreter durchsetzen. In Kukmirn (Bezirk Güssing) setzte sich die ÖVP klar gegen einen Listenkandidaten durch, in Eltendorf (Bezirk Jennersdorf) war es genau umgekehrt.
In Deutschkreutz (Bezirk Oberpullendorf) siegte der ÖVP-Kandidat knapp vor dem SPÖ-Gegner. Der bisherige Bürgermeister Manfred Kölly (LBL) schied im ersten Wahlgang aus. In Apetlon (Bezirk Neusiedl am See) und Forchtenstein (Bezirk Mattersburg) bezwang die SPÖ knapp die ÖVP und Weiden am See klar.
95 SPÖ-Bürgermeister, 71 ÖVP-Bürgermeister
Ursprünglich hätte es 13 Stichwahlen gegeben, doch in Ritzing zog der Listenkandidat seine Kandidatur zurück und erklärte sich bereit, mit dem SPÖ-Bürgermeister zusammenzuarbeiten. Nach dem zweiten Wahlgang am 23. Oktober hat die SPÖ 95 Bürgermeister, die ÖVP 71, darunter zwei Listenbürgermeister und fünf Bürgermeister von unabhängigen Listen.
“Perfekter Tag” für Doskozil
„Dieses sehr schöne Ergebnis ist wirklich unglaublich“, sagte Landesparteichef Doskozil, der sich derzeit von einer Operation erholt. In einer Sendung sprach er von einem „perfekten Tag für die Sozialdemokratie im Burgenland“.
„Das heutige Wahlergebnis mit insgesamt 95 SPÖ-Burgenland-Bürgermeister-Vorsitzenden mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil an der Spitze ist historisch für die Sozialdemokratie und freut uns sehr“, sagte Landesgeschäftsführer Roland Fürst. Für ihn ist das Ergebnis eine „hervorragende Ausgangsposition“ für die Landtagswahl 2025: „Wir beginnen Anfang nächsten Jahres mit der Vorbereitung auf die Landtagswahl 2025.“
“Es ist kein guter Tag für die Volkspartei”
ÖVP-Landesparteichef Christian Sagartz sagte hingegen in einer Aussendung, dies sei „kein guter Tag für die ÖVP“. Wie schon vor drei Wochen gab es positive Ergebnisse bei sehr knappen und schmerzhaften Verlusten. „Trotz der schwierigen Ausgangslage ist die Volkspartei das einzig stabile politische Gegengewicht zur SPÖ-Alleinregierung“, sagte Sagartz.