SPÖ und NEOS zeigten sich am Freitag empört über das Verhalten von Regierungsfraktionen im Verteidigungsausschuss. SPÖ, FPÖ und NEOS haben elf Anträge zur Neuordnung der Landesverteidigung eingebracht, ÖVP und Grüne haben sie jedoch verschoben. SPÖ-Sprecher Robert Laimer zeigte sich von einer Aussendung „überrascht“.
Widerspruchsanträge enthielten durchweg Maßnahmen im Dienste der Abwehrfähigkeit Österreichs. Doch Regierungsfraktionen sprechen nicht mehr von einem Sonderinvestitionspaket für die Bundeswehr, geschweige denn von einer Anhebung des Regelhaushalts auf ein Prozent des BIP und keiner Verpflichtung gegenüber der Miliz. Forderungen nach Schutzkleidung für Soldaten wurden sogar dementiert.
„Tanner versucht sich abzulenken“
„Was bleibt, ist eine reine Showgruppe um Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, die verzweifelt versucht, vom eigenen Versagen abzulenken“, sagte Laimer. So verwundert es nicht, dass auch der umstrittene Generalsekretär Dieter Kandlhofer geflohen ist und das Ressort verlassen hat.
„Bundeswehrsoldaten, die mit fehlenden Haushaltsmitteln und einer gescheiterten Bundeswehrreform zu kämpfen haben, hinken hinterher, aber auch Österreicherinnen und Österreicher, deren Schutz und Hilfe massiv gefährdet sind.“ In diesem Bundesland nicht die Bundeswehr seinen verfassungsmäßigen Aufgaben nachkommen kann, gefährdet Tanner damit auch die österreichische Neutralität angesichts der Ukraine-Krise“, sagte der SPÖ-Abgeordnete.
Auch NEOS-Verteidigungssprecher Douglas Hoyos äußerte sich empört. „Spätestens seit Kriegsbeginn besteht zwischen den Parteien Konsens darüber, dass wir die Streitkräfte gemeinsam verbessern müssen. Und doch lehnt die Regierung alle Forderungen der Opposition ohne weitere Debatte ab. „Es ist eine neue Sportart? es helfen? Sicherlich nicht das österreichische Bundesheer. Sicherlich nicht die Sicherheit der Österreicher.”