SPÖ und FPÖ pochen vor Energiegipfel auf Preisobergrenzen

1.08.2022 14:03 (01.08.2022 20:30)

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Im Vorfeld der heutigen Sitzung des Krisenkabinetts Energie fordern SPÖ und FPÖ die Einführung von Preisobergrenzen.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch forderte erneut in einer Aussendung, Gas-, Strom- und Spritpreise zu deckeln und die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auszusetzen. FPÖ-Klubvizepräsidentin Dagmar Belakovich verwies auf eigene Forderungen. Natürlich will die Regierung am Montag keine neuen Maßnahmen festlegen, sondern informieren.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hatte am Montag Vertreter der Opposition, der Länder, der Sozialpartner und Experten der Energiewirtschaft zur Sitzung des Krisenkabinetts eingeladen, dem der Vizekanzler, der Finanzminister, der Energieminister und der Minister angehören der Wirtschaft. Nachmittag Laut Kanzleramt geht es um die Beratung zum Zustand der Energieversorgung in Österreich. „Es ist wichtig, dass alle politischen Akteure über verlässliche Informationen verfügen“, betonte Nehammer am Sonntag. Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) gibt einen Überblick über Gasspeicherung und -diversifizierung sowie Infrastrukturprojekte.

Die SPÖ will eine Energiepreisobergrenze

Die SPÖ interpretiert den Termin als notwendigen „Preisgipfel“ und stellte fest, dass die türkis-grüne Regierung nun „genug beobachtet und genug geprüft“ habe. Es sei an der Zeit, endlich konkrete Ergebnisse vorzustellen, sagte Deutsch. Die SPÖ fordert die sofortige Einführung einer Energiepreisobergrenze für Gas und Strom, Kraftstoffpreisobergrenzen, eine vorübergehende Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und eine Senkung der Mieten. Zur Finanzierung der Maßnahmen sollten überschüssige Gewinne von Energiekonzernen abgezogen werden, glauben die Roten.

Auch die FPÖ will einen Preisstopp

Ähnlich Belakowitsch: Die FPÖ hat im September 2021 einen Antrag auf Erstellung eines Covid-19-Warenkorbs mit Waren und Dienstleistungen wie Lebensmittelpreisen, Hygieneartikelpreisen, Mietpreisen, Heizkosten, Kraftstoffpreisen und Fahrtkosten öffentlicher Verkehrsmittel gestellt. Bei Erhöhungen über zehn Prozent sei ein Einfrieren der Landespreise geplant, sagte er in einer Aussendung. Einen Monat später forderten sie auch eine Deckelung der Strompreise. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Regierung die Karten auf den Tisch legt: Sie wollen wissen, wie die von der Regierung angedachte Preisobergrenze funktionieren soll.

Forderungen der Wirtschaft

Die Industriellenvereinigung (IV) und die Wirtschaftskammer (WKÖ) wiesen in einer Pressemitteilung auf die „für Unternehmen bedrückende Energiesituation“ hin: Dem müsse offensiv begegnet werden. WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf forderte eine stärkere Diversifizierung der Gaslieferländer und ein „klares Bekenntnis zum beschleunigten Infrastrukturausbau“. Angesichts exorbitanter Kostensteigerungen müsse auch das derzeit in Vorbereitung befindliche Strompreisausgleichsgesetz (SAG) nachgebessert werden, sagten Kopf und der stellvertretende Generalsekretär IV. Peter Koren.

Medienauftritt um 18 Uhr

Auf Seiten der Opposition haben SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger und Belakowitsch ihre Anwesenheit im Kanzleramt angekündigt. Die Stadt Wien wird als Landeshauptmannvorsitzender durch Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) vertreten. Von der Gewerkschaft schaltet sich die Generalsekretärin des ÖGB, Ingrid Reischl, ein. Für ca. 18 Uhr ist ein Medienauftritt im Kanzleramt geplant. VOL.AT live übertragen.

Der WWF will sich auf das Energiesparen konzentrieren

Unterdessen forderte Behindertenanwalt Hansjörg Hofer per Rundfunk und “Kurier” einen Teuerungsausgleich für behinderte Menschen. Beispielsweise haben viele einen wachsenden Bedarf an persönlichen Dienstleistungen oder medizinischer Versorgung. „Ich plädiere für eine 13. Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung für Menschen mit Behinderung“, erklärte Hofer.

Der WWF hingegen fordert vor dem Krisenkabinett eine Fokussierung auf Energiesparen. „Es reicht nicht, auf weitere Gaslieferungen zu warten. Wir brauchen jetzt eine umweltfreundliche Energiewende mit verbindlichen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs“, sagte er in einer Aussendung.

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