Verkehr
Früher als geplant wird der Domplatz von St. Pölten als Parkplatz nicht mehr zur Verfügung. Im Juli wird es autofrei sein, ebenso wie andere Straßen rund um den Platz. Das teilte der Stadtrat an diesem Donnerstag mit. Kritik kommt von ÖVP und FPÖ.
15.07.2022 10.11
Ab heute, 10.11 Uhr online
Dass der Domplatz autofrei wird, ist schon lange bekannt. Das Timing ist jedoch erstaunlich. Nach jahrzehntelangen Ausgrabungen befindet es sich seit März im Bau und soll bis Ende 2023 Markt, Veranstaltungsort und Bleibe werden; mehr Informationen in Das neue Gesicht des Domplatzes von St. Pölten (noe.ORF. A; 24.02.2022). Während der Präsentation wurde jedoch gesagt, dass die Parkplätze bis zum Abschluss der Arbeiten schrittweise abnehmen werden.
Wie die Stadt am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte, wird die Fußgängerzone bis Ende Juli ausgebaut und der Domplatz dann autofrei gelassen. Die Beschilderung werde zwischen dem 25. und 29. Juli erfolgen, sagte er. Ab dann treten die neuen Regelungen in Kraft. Künftig soll sich die Fußgängerzone aber nicht nur entlang des Domplatzes, sondern auch durch weitere Straßen rund um den Domplatz erstrecken.
Auch ein Teil der Wiener Straße wird zur Fußgängerzone
Damit wird auch die Wiener Straße ab der Einmündung in die Lederergasse (westlich durch die Heimgassl bis zum Domplatz) autofrei sein, ebenso die Ranzonigasse (zwischen Hofstatt- und Wiener Straße), die Alumnatsgasse (zwischen Fuhrmannsgasse und Wiener Straße) und die Grenzgasse. (südlich des Wendepunktes). Der Eingang über die Wiener Straße vom Neugebäudeplatz zur Lederergasse und der Ausgang über die Lederergasse in südlicher Richtung bleiben bestehen.
Das Verkehrs- und Kriminalamt Domplatz sowie Teile der Wiener Straße, der Ranzonigasse und der Alumnatsgasse werden nicht befahren
Durch diese Maßnahme und die damit verbundene Verkehrsberuhigung soll die Innenstadt ausgebaut und verbessert werden, heißt es in der Aussendung der Gemeinde. Anders sehen das ÖVP und FPÖ, die Konsequenzen für die Geschäftsleute in der Innenstadt befürchten.
ÖVP und FPÖ empört über das Vorgehen
Die SPÖ sperrt “den wichtigsten Parkplatz im Inneren der Oststadt für die Wirtschaft der Innenstadt ohne jede Gegenleistung”, kritisierte Vizebürgermeister Matthias Adl (ÖVP) und ÖVP-Klubpräsident Florian Krumböck in einer Aussendung. Aus seiner Sicht bricht die SPÖ auch die Beschlüsse der Stadträte. „Diese sehen klar vor, dass der Domplatz nur mit geeigneten Ersatzstellplätzen für Autos gesperrt werden darf“, sagten Adl und Krumböck. “Die Garage unter dem Garten des Bischofs, wo dies verstanden wird, ist noch in der Luft.”
„Ein autofreier Domplatz wird mehr Kunden in die Malls treiben“, befürchtet FPÖ-Stadtrat Klaus Otzelberger. „Besonders viele ältere Menschen und Familien nutzen den Domplatz gerne als Stellplatz. Solange nicht in unmittelbarer Nähe ein Ausweichparkplatz geschaffen wurde, müssen die Stellplätze erhalten bleiben“, forderte er.