„Dramatischer“ Lehrermangel
Dass es derzeit an vielen Schulen in Niederösterreich erhebliche Probleme bei der Listengestaltung für das kommende Schuljahr ab Herbst gibt, verwundert nicht, sagt der Präsident des Niedersächsischen Pflichtschullehrerverbandes Österreich, Christian Rametsteiner. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Seitdem ist nicht viel passiert“, sagte er im Gespräch mit noe.ORF.at.
Seiner Meinung nach braucht es ein Bündel von Maßnahmen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen – und zwar so schnell wie möglich. Kurzfristig soll das Verwaltungspersonal aufgestockt werden, insbesondere um das Lehrpersonal zu ersetzen. Diese Behauptung ist nicht neu, ähnliche Töne waren am Dienstag von Vertretern von Lehrern und Eltern zu hören.
Eine der Schlüsselrollen bei der Bekämpfung des langfristigen Lehrermangels ist die Umstrukturierung der Ausbildung. „Die Ausbildung sollte reformiert werden. Das muss man sich wirklich anschauen“, sagt Rametsteiner. Einstiegsmöglichkeit. Unbedingt erforderlich ist auch die Anrechnung der bisherigen Dienstzeiten für die Querbeteiligten“.
Reduzierung von sechs auf fünf Ausbildungsjahre
Auch NÖ-Bildungsministerin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) bestätigte gegenüber noe.ORF.at, dass der aktuelle Personalmangel nicht verwundere. Sie sieht die Bundesregierung “in dringender Bewegung”. Sie stehen in enger Abstimmung mit dem Kultusminister (Martin Polaschek, ÖVP; Anm.) und haben bereits konkrete Vorschläge zur Lösung des Problems gemacht.
Teschl-Hofmeister plädiert in diesem Zusammenhang für eine kürzere Ausbildungszeit. Konkret könne sie „von sechs auf fünf Jahre verkürzt werden“. Stattdessen solle das verlorene Jahr für verstärkte Aus- und Weiterbildung vorgeschrieben werden, so dass „in diesem Jahr auf lebenslanges Lernen innerhalb des Berufs umgestellt wird, beispielsweise eine Woche pro Jahr. Außerdem solle mehr auf Praktika in der Ausbildung geachtet werden“. dass wir uns bei der Auswahl der Fächer auf das stützen, was gerade gebraucht wird.“ Das Berufsbild könne, so der Staatsrat, bereits mit der Ausbildung nachhaltig attraktiver gestaltet werden.
Zusätzlich werden 200 Verwaltungsmitarbeiter benötigt
Damit sich in Zukunft mehr Menschen für eine Ausbildung entscheiden, ist auch ein Umdenken in der Gesellschaft notwendig. „Ich denke, ein Teil der Verantwortung muss außerhalb der Schule, in Gesellschaft und Familie wahrgenommen werden, damit wir alle gemeinsam für eine gute Ausbildung unserer Jugend sorgen können“, erklärt Teschl-Hofmeister.
Beide Bereiche – sowohl die soziale Verbesserung als auch die Ausbildungsreform – brauchen jedoch Zeit und können den unmittelbaren Mangel nicht beheben. Auch Unionspräsident Rametsteiner ist überzeugt. Dass die zuletzt von Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) zugesagten Mittel für zusätzliches Verwaltungspersonal in den Schulen nun im nächsten Schuljahr zur Verfügung stehen, „glaube ich erst, wenn entsprechende Stellen ausgeschrieben werden. Diese sollten auch evaluiert werden für diese Menschen erst eingerichtet werden. Wir sind noch lange nicht am Ende des Tunnels.“
Obwohl Niederösterreich laut Rametsteiner bereits über ein überdurchschnittliches Verwaltungspersonal verfügt, werden weitere 200 Personen benötigt. Ihm zufolge sind es derzeit 170.