Kommunen warnen vor Wasserknappheit Schwimmbäder könnten im Sommer zu einem “echten Problem” werden
25.06.2022, 12:35
Sowohl in der Landwirtschaft als auch in privaten Gärten steigt der Wasserbedarf heute dramatisch an. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt davor, dass dies in einigen Regionen zu einem “echten Problem” werden könnte. Damit das Angebot nicht an seine Grenzen stößt, sollte auch der Einzelne nachhaltig denken.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, hat vor unnötigem Wasserverbrauch wegen der anhaltenden Dürre gewarnt. Problematisch sei der “drastisch wachsende” Wasserbedarf in Landwirtschaft und Haushalten, sagte Landsberg dem “Handelsblatt”. Vor allem die Gartenbewässerung und das Füllen größerer Pools mit Leitungswasser in den Sommermonaten könnten zu einem „echten Problem“ werden. Rasensprenger verteilten bis zu 800 Liter Trinkwasser in einer Stunde.
„Das kann die Versorgungsinfrastruktur in manchen Regionen an ihre Grenzen bringen“, sagte Landsberg der Zeitung. Daher muss ein Bewusstsein für einen nachhaltigeren Umgang mit der Ressource Wasser geschaffen werden. „Einzelpersonen sollten möglichst viel Regenwasser sammeln“, rät Landsberg. “Die gute alte Regentonne sollte nicht abgeschafft, sondern reaktiviert werden.” Dies könnte dazu beitragen, dass „kommunale Verwendungsverbote“ gar nicht nötig wären.
Je nach Region seien zudem zusätzliche Verbundnetze und Fernleitungen nötig, um regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit auszugleichen, sagte Landsberg. Allerdings sollte jedem klar sein, dass beispielsweise Fernwasserleitungen mit einer Länge von mehr als 100 Kilometern nicht in ein, zwei Jahren gebaut würden. „Deshalb brauchen wir auch ein Investitionsbeschleunigungsgesetz für die kommunale Wasserwirtschaft“, forderte der Geschäftsführer. Der Bau neuer Dämme sollte kein Tabuthema sein, auch wenn Planung und Umsetzung Jahre dauern.