Die wegen ihrer zögerlichen Haltung gegenüber Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisierte österreichisch-russische Star-Sopranistin Anna Netrebko will nach Auftritten in Monaco und Paris wieder in Österreich singen. Ein Auftritt im Wiener Konzerthaus ist für den 6. September 2023 mit Ehemann Yusif Eyvazov geplant. Auf dem Programm stehen „die schönsten Arien und Duette der italienischen, französischen und russischen Oper“.
Netrebko und Eyvazov spielen mit der Baden-Badener Philharmonie unter der Leitung von Michelangelo Mazza. Dies ist der Ersatztermin des zunächst am 7. September 2021 und später am 2. Juli 2022 angesetzten Konzerts. In diesem Jahr kommt er mit Eyvazov nach Deutschland, beispielsweise in Regensburg, in die Kölner Philharmonie und in die Elbphilharmonie Hamburg.
Nach Kriegsbeginn zog sich Netrebko vorübergehend aus dem Konzertleben zurück. Mehrere Opernhäuser hatten ihre Auftritte abgesagt. In Paris wurde die 50-jährige Wahlösterreicherin am Mittwochabend nach ihrem Konzert in der Philharmonie enthusiastisch gefeiert. Er hatte Werke von Rachmaninow, Debussy und Tschaikowsky aufgeführt. Die ukrainische Botschaft in Paris reagierte auf den Aufschrei mit scharfer Kritik. Dass das Konzert stattfinden kann, ist unverschämt. Die Zwietracht zwischen der französischen öffentlichen Meinung, die die Ukraine unterstützt, und der öffentlichen Heuchelei, die der Kreml-Sopranistin Beifall spendet, sei traurig, teilte die diplomatische Vertretung auf Twitter mit. Dutzende Demonstranten hatten gegen das Konzert vor der Pariser Philharmonie protestiert.
Netrebko stand bereits im vergangenen Monat an der Monte Carlo Opera in Monaco auf der Bühne. Nach Kriegsbeginn in der Ukraine am 24. Februar äußerte Netrebko zunächst Zweifel, verurteilte später aber ausdrücklich den Krieg gegen die Ukraine.
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