Marktbericht
Stand: 06.06.2022 12:25 Uhr
Der DAX hat die Marke von 14.600 überschritten. Die Nachhaltigkeit dieses Aufwärtsbruchs wird sich erst im Laufe der Woche zeigen, wenn die EZB über ihre künftige Geldpolitik entscheidet.
Der DAX baute im Laufe des Vormittags seine ersten Kursgewinne weiter aus. Im Tiefstkurs am Pfingstmontag überschritt das Barometer des deutschen Aktienmarktes die wichtige Marke von 14.600 Punkten und erreichte mit 14.618 Punkten den höchsten Stand seit Ende März.
Haupttreiber war Anfang der Woche die Lockerung der Corona-Beschränkungen in der chinesischen Metropole Peking. Auch die Verbesserung der chinesischen Wirtschaftsdaten wurde erwähnt. Dort hellte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im Mai etwas auf.
Dax-Anleger freuen sich auf die EZB
Ob der DAX nach mehreren Fehlversuchen im Wochenverlauf über 14.600 gesetzt werden kann, hängt auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Die Währungswächter der Eurozone treffen sich am Donnerstag, um unter der Führung von EZB-Chefin Christine Lagarde über die künftige Geldpolitik zu diskutieren.
Ökonomen zufolge dürfte die EZB in dieser Woche das Ende ihrer Netto-Anleihekäufe bekannt geben. Damit wäre der Grundstein für die erste Zinserhöhung seit 2011 gelegt, die voraussichtlich auf der nächsten EZB-Sitzung am 21. Juli angekündigt wird. Dekabank-Experten rechnen in den nächsten Sitzungen mit Zinserhöhungen von 0,25 Prozentpunkten.
Die Londoner Börse wartet auf Johnson-Aus
Nach einem langen Wochenende in Großbritannien anlässlich des 70. Thronjubiläums von Königin Elizabeth II. und nur wenige Stunden vor dem Misstrauensantrag gegen Premierminister Boris Johnson verzeichnete der Londoner FTSE-Auswahlindex deutliche Kursgewinne. Auch das britische Pfund steigt. Die britische Währung gewinnt derzeit 0,4 Prozent gegenüber dem Euro und sogar 0,6 Prozent gegenüber dem Dollar.
„Der Markt will den Verlust von Johnson sehen“, sagte Stuart Cole, Chefökonom bei Equiti Capital. Denn unter einer neuen Führung kann sich die Regierung auf wichtige Themen wie die Inflation konzentrieren.
Wall Street angesichts deutlicher Kursgewinne
Auch die Wall Street dürfte nach dem letzten Rückschlag heute wieder steigen. Der Future des führenden US-amerikanischen Dow Jones Industrial Average legt derzeit um 0,8 Prozent zu.
Der Future-Auswahlindex Nasdaq 100, der sich vor allem mit Technologiewerten befasst, legte sogar um 1,4 Prozent zu. Am Ende der Woche führten Zinssorgen, die durch einen soliden Arbeitsmarktbericht geschürt wurden, zu roten US-Aktienmärkten.
Der Preis für Brent-Öl steigt
Die Ölpreise stiegen Anfang der Woche, nachdem Saudi-Arabien den Preis für seine Rohölverkäufe im Juli stark angehoben hatte. Ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent kostete zur Mittagszeit 120,66 Dollar, 0,8 Prozent mehr als am Freitag, nachdem es zwischenzeitlich auf knapp 122 Dollar gestiegen war.
Anleger setzen darauf, dass die von der OPEC prognostizierte Angebotssteigerung nicht ausreichen wird, um die Nachfrage zu befriedigen. Vor allem, weil China seine Kronenbeschränkungen lockert.
Euro und Gold legten leicht zu
Der Dollar bleibt im Devisenhandel leicht unter Druck. Im Gegenzug stieg der Euro um 0,2 Prozent auf 1,0741 Dollar. Der Goldpreis konsolidiert weiter. Aktuell werden 1852 $ für eine Unze gelbes Edelmetall bezahlt.
Beiersdorf kehrt in den DAX zurück, Delivery Hero tief
Gut ein Jahr nach dem Ausstieg aus dem DAX feiert Beiersdorf ein Comeback in der höchsten Liga der deutschen Börse. Hersteller „Nivea“ wird Delivery Hero ersetzen, teilte die Deutsche Börse am Freitagabend mit. Der seit Jahren ratlose Lebensmittelanbieter, dessen Einstieg in den DAX deshalb von vielen kritisiert wurde, wird in den Kleinkapitalisierungsindex MDAX verdrängt.
Passt in die Zukunft auf den MDAX
Zudem ersetzt der Ökostromanbieter Encavis den Finanzdienstleister Hypoport durch MDax. Neben Hypoport wird künftig auch der Rüstungskonzern Hensoldt im SDAX vertreten sein, ebenso der Projektträger des Windparkprojekts PNE. Der Laserexperte von LPKF und der Kohlefaserspezialist von SGL müssen eliminiert werden. Die Deutsche Börse wird die Änderungen am 20. Juni umsetzen.
Die Nemetschek-Aktie ist für die Citigroup eine „Top-Wahl“.
Im MDAX fordert die Nemetschek-Aktie eine Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup. Sein Analyst Pavan Daswani ging von der Bewertung der Zeitungen mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 85 Euro aus. Er begründete seine positive Einschätzung mit dem führenden Wachstum des Bausoftwareanbieters in …