Start des „Pride Month“ im Juni in Wien

von. – 01.06.2022 15:34 (akt. 01.06.2022 15:38)

Höhepunkt des „Pride Month“ wird die große „Pride Parade“ am 11. Juni in Wien © APA/EXPA/FLORIAN SCHROETTER (Archivbild)

Am Mittwoch begann der Pride Month. Auch in Wien gibt es im Juni zahlreiche Veranstaltungen, die auf die Notlage der LGBTIQ-Community aufmerksam machen und Vielfalt feiern.

Höhepunkt des „Pride Month“ in Wien ist die große „Pride Parade“, die am 11. Juni in der Bundeshauptstadt stattfindet.

Der Wiener Gemeinderat hisst zu Beginn des Pride Month die Regenbogenfahne

Der Juni ist auch der Monat der politischen Forderungen zu Gleichstellungsfragen und symbolischen Gesten. Viele öffentliche Gebäude hissen die Regenbogenfahne. Die SPÖ fordert einen besseren Schutz vor Diskriminierung, ein Verbot von Konversionstherapien steht noch aus.

In den kommenden Wochen wird die Regenbogenfahne sowohl im Wiener Rathaus als auch in der SPÖ-Parteizentrale aufgehängt. Unter dem Motto “Lebe deine Liebe!” die bundeshauptstadt will sich auf ihre vielfältige gesellschaft konzentrieren. „Wien ist die Hauptstadt des Regenbogens und eine Stadt der Vielfalt! Mir ist es wichtig, mit lückenloser Information Gleichberechtigung und Akzeptanz zu stärken und Hass und Diskriminierung entgegenzuwirken. Jeder in Wien soll seine Liebe leben können“, so Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS).

Die LGBTIQ-Organisation lobt den Start des „Pride Month“ in Wien

Katharina Kacerovsky-Strobl, Organisatorin des Vienna Pride, lobt die Stadt: „Die Stadt Wien setzt hier ein wichtiges Zeichen und wird ihrer Vorbildfunktion gerecht hat sich im Laufe der Jahre durch die Solidarität mit der LGBTIQ-Community beständig und zuverlässig gefestigt. Es macht uns stolz, in einer Stadt wie dieser zu leben.“

Der Wert dieser kleinen Geste sei groß, sagte Ann-Sophie Otte, Präsidentin der „Initiative Homosexuelle“ (HOSI Wien). „Für manche ist es nur eine Kleinigkeit. Für einen Teenager, der in der Schule gemobbt wird, ist es so, dass es dir gut geht, so wie du bist. Deine Stadt unterstützt dich. Kleine Gesten können sehr unterstützend sein.“

SPÖ fordert Aktionsplan gegen Hassverbrechen

SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner fordert einen besseren Schutz vor Diskriminierung und Hasskriminalität. Die Aufhebung des Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer war auf Druck der Opposition ein wichtiger Schritt. Hassverbrechen und Angriffe auf die LGBTIQ-Community würden „in einem beispiellosen Ausmaß“ zunehmen. „Wir brauchen vollen Schutz vor Diskriminierung in der Privatsphäre und die Verankerung von LGBTIQ-Rechten in der Verfassung!“, sagte Lindner, der auch Präsident der sozialdemokratischen LGBTIQ-Organisation SoHo ist. Deshalb hat die SPÖ dem Parlament mehrere Anträge vorgelegt und den Pride Month unter das Motto #AraPrimerJust gestellt.

Beim Pride Month gehe es um Sichtbarkeit, sagte die Menschenrechtssprecherin der Grünen und LGBTIQ, Ewa Ernst-Dziedzic. Dies ist auch wichtig für Mitglieder der LGBTIQ-Community in Ländern, in denen ihre Rechte stark eingeschränkt sind. „Besonders besorgt macht uns die Situation in unserer unmittelbaren Umgebung, in Ländern wie Polen, Ungarn, aber auch der Türkei, Russland und natürlich der Ukraine, wo LGBTIQ-Personen und -Institutionen seit Kriegsbeginn besonderer Gewalt ausgesetzt sind “, sagte Ernst. -Dziedzic.

Justizminister Zadic will die Konversionstherapie verbieten

Nach dem kürzlich angekündigten Ende der Blutspendediskriminierung gehe die Arbeit mit und für die Gemeinschaft reibungslos weiter, so der Abgeordnete. Justizministerin Alma Zadić kündigte im Februar an, dass noch vor dem Sommer ein Verbot von Konversionstherapien zur „Umkehrung der Polarität“ queerer Jugendlicher in Kraft treten werde. Das “steht jetzt in den Startlöchern”, sagte Ernst-Dziedzic.

Die FPÖ macht „Family Month“ zum „Pride Month“

Wenig überraschend ist die FPÖ-Wien nicht begeistert vom Stadtrat. Anstelle des Regenbogenmonats ruft er den Juni zum „Familienmonat“ aus. „Gerade Familien sind von der Inflationswelle besonders betroffen“, sagte Dominik Nepp, Landesvorsitzender der Wiener FPÖ. Deshalb wird die FPÖ dem Stadtrat mehrere Anträge für eine bessere Situation für Familien und umfassende Entlastungsmaßnahmen stellen“, sagte Nepp am Mittwoch in einer Aussendung.

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