Stand: 07.07.2022 10:54 Uhr
Seit mehr als 60 Jahren gibt es so wenige Tote und Verletzte im Straßenverkehr. Im vergangenen Jahr starben 2562 Menschen bei Verkehrsunfällen. Das sind 5,8 % weniger als im Vorjahr.
Die Zahl der Toten und Verletzten auf Deutschlands Straßen hat den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im vergangenen Jahr 2.562 Menschen bei Verkehrsunfällen. Das waren 5,8 Prozent oder 157 Personen weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten sank im Vergleich zu 2020 um 1,3 Prozent auf 323.129.
Im Durchschnitt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr täglich rund 6.300 Verkehrsunfälle. Im Durchschnitt wurden jeden Tag 885 Menschen verletzt und sieben getötet. Insgesamt zählte die Polizei 2,3 Millionen Kollisionen auf deutschen Straßen, 3,1 Prozent mehr als 2020.
Die Zahl lag laut Statistikamt noch deutlich unter dem Vorpandemie-Niveau von 2019. Damals wurden insgesamt 2,7 Millionen Fälle erfasst, davon 300.000 mit sogenannten Personenschäden.
Die meisten Unfälle mit Personenschaden in Ballungsgebieten
Fast 90 % der Unfälle im letzten Jahr verursachten Sachschäden und 11 % töteten oder verletzten Menschen. Die Zahl der Unfälle mit Sachschaden stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf knapp 2,1 Millionen. Dagegen ging die Zahl der Personenschäden um 2,1 Prozent auf knapp 260.000 zurück.
Auch 2021 ereigneten sich die meisten Unfälle mit Personenschaden mit 68 Prozent in Ballungsgebieten, 25 Prozent auf Landstraßen und sechs Prozent auf Autobahnen. Allerdings haben Unfälle auf Straßen außerhalb von Ballungszentren laut Statistik häufig schlimmere Folgen als auf Straßen in Ballungsgebieten, unter anderem aufgrund höherer Fahrgeschwindigkeiten.
Auf Landstraßen kommen zusätzliche Risikofaktoren hinzu wie fehlende Trennung vom Gegenverkehr, geringe Überholmöglichkeiten oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume am Straßenrand. So starben 29 Prozent der Verkehrstoten in städtischen Gebieten, 59 Prozent auf Landstraßen und zwölf Prozent auf Autobahnen.
Weniger Radfahrer und Fußgänger starben
Dem Bericht zufolge starben im Jahr 2021 1.118 Menschen in einem Auto, was 43,6 Prozent aller Verkehrstoten entspricht. 529 Menschen verunglückten tödlich auf einem Kraftrad wie Moped, Motorrad oder Roller, 20,6 Prozent aller Getöteten. 372 Radfahrer und 343 Fußgänger starben bei Unfällen, 14,5 bzw. 13,4 % aller Verkehrstoten.
Laut Statistikamt sank die Zahl der Getöteten im Vergleich zu 2020 überdurchschnittlich, vor allem bei Radfahrern um 12,7 Prozent und bei Fußgängern um 8,8 Prozent. Bei Menschen, die in einem Auto oder Motorrad starben, waren die Rückgänge mit 4,4 bzw. 4,2 Prozent deutlich geringer.