Millionen deutsche Mieter müssen sich auf steigende Wohnkosten einstellen: Deutschlands größtes Immobilienunternehmen, der Dax-Vonovia-Konzern, sieht deutliche Mieterhöhungen aufgrund hoher Inflationsraten als unvermeidlich an. „Wenn die Inflation dauerhaft bei vier Prozent liegt, müssen die Mieten künftig jedes Jahr entsprechend steigen“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch dem Handelsblatt. Viele Hausbesitzer hätten sonst ernsthafte Probleme.
„Wir können nicht so tun, als würde die Inflation die Mieten ignorieren. Das wird nicht funktionieren“, sagte Buch. Der Immobilienriese besitzt rund 565.000 Wohnungen, die meisten davon in Deutschland. 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, was immer noch deutlich unter der aktuellen Inflationsrate von knapp acht Prozent liegt.
Die EZB will die Zinsen im Sommer ändern
Vonovia sollte da keine Ausnahme sein. Experten des Online-Portals „Immoscout24“ rechnen wegen der anhaltend hohen Inflation für die nächsten zwölf Monate mit Mietsteigerungen von sechs bis sieben Prozent. Energie und teure Lebensmittelpreise ließen die Verbraucherpreise in Deutschland im Mai höher steigen als je zuvor seit der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 7,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In der Europäischen Währungsunion stieg die Inflation sogar auf den Rekordwert von 8,1 Prozent.
Vertreter der Europäischen Zentralbank, darunter auch deren Vorsitzende Christine Lagarde, haben nun angekündigt, die Zinsen im Sommer anzuheben und die Wertpapierkäufe weiter zu reduzieren. Bislang halten Währungshüter trotz höherer Inflationsraten die Leitzinsen auf historischen Tiefstständen und verlangen von den Banken weiterhin Zinsen für ihre Einlagen auf Zentralbankkonten.
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Andreas Krobok
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