Chronik
Weil er dem Immobilienmakler von Steyr Siegfried Stieglitz gegen eine Parteispende einen Aufsichtsratsposten bei der ASFINAG verschafft haben soll, müssen sich Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache und Stieglitz ab Dienstag vor Gericht in Wien verantworten.
06.07.2022 20.07.2022
Ab heute, 7.20 Uhr online
Erneut führten Chatprotokolle zum Verdacht der Bestechung gegen Heinz Christian Strache und Siegried Stieglitz. Diesmal sind es die Handynachrichten zwischen dem damaligen FPÖ-Chef und Steyrs Immobilienunternehmer. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass Stieglitz 2017 bei Strache interveniert hat, um sich einen Posten im Aufsichtsrat eines staatsnahen Unternehmens zu sichern.
10.000 Euro an „Österreich bewegt“ überwiesen.
Stieglitz hat seit Oktober 2017 insgesamt 10.000 Euro in vier Tranchen zu je 2.500 Euro an den FPÖ-nahen Verein „Österreich in Bewegung“ überwiesen. Im Gegenzug soll Strache dafür gesorgt haben, dass Stieglitz den Aufsichtsratsposten bei der ASFINAG erhielt. Nach dem Ausbruch der schwarz-blauen Regierung wurde Stieglitz 2020 unter Führung der neuen grünen Infrastrukturministerin Leonore Gewessler abgesetzt.
Norbert Hofer als Zeuge
In dem Prozess muss unter anderem der dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) als Zeuge aussagen. Strache hatte zuvor erklärt, er könne die Vorwürfe leicht widerlegen. Insgesamt sind sechs Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könnte Ende Juli (26. Juli) fallen.